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Lei Li und Hideaki Yokoyama beschichten
Silizium-Wafer, die als Träger dienen, mit dünnen Filmen aus einem
speziellen Kunststoff, dessen Moleküle aus einer Polystyrol- und einer
Silikondomäne aufgebaut sind, einem so genannten Block-Copolymer. Die
Copolymer-Filme der Forscher sind so aufgebaut, dass nanoskopische
"Tröpfchen" aus Silikon in einer Matrix aus Polystyrol "schwimmen". In
diesen Film wird unter erhöhtem Druck und bei 60 °C überkritisches
Kohlendioxid (CO2) eingepresst. (Bei einem überkritischen
Fluid kann nicht zwischen Flüssigkeit und Gasphase unterschieden
werden.) Das CO2 lagert sich dabei in die Silikon-Tröpfchen
des Block-Copolymers ein und bildet Bläschen. In die Polystyrol-Matrix
kann es dagegen nicht eindringen. Im nächsten Schritt kühlen die
Wissenschaftler den Film auf 0 °C ab, um die Polystyrol-Matrix
einzufrieren, und senken dann den Druck langsam auf Atmosphärendruck
ab. Das CO2 wird gasförmig, dehnt sich aus - und kann aus
den Bläschen entweichen, ohne dass diese kollabieren. Anschließend
setzen die Forscher den Polymer-Film Ozon und UV-Licht aus. Unter
diesen Bedingungen wird die Polystyrol-Matrix vollständig zersetzt.
Das Silikon, das die Bläschen umhüllt, wird zu Siliciumdioxid (SiO2,
"Kieselsäure") oxidiert. Auf diese Weise entsteht auf dem Träger ein
dünner Film aus dicht gepackten, winzigen Hohlräumen mit einer feinen
Hülle aus Siliciumdioxid. Diese Nanokapseln haben Durchmesser von
weniger als 40 Nanometern und etwa 2 Nanometer dicke Wände.
Der besondere Vorteil dieser Methode liegt darin,
dass die erhaltenen Nanokapseln in einer zweidimensionalen Struktur
angeordnet sind, die über die Wahl der Domänen des Block-Copolymers
gezielt variiert werden kann. |