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Doktorandin Frances Stöckner fiel der Farbstoff zunächst
als störendes Nebenprodukt bei einer chemischen Synthese auf.
Foto: Günther/FSU-Fotozentrum
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Prof. Beckert und seiner Arbeitsgruppe ist es
nun gelungen, die Heterozyklen um eine völlig neue Gruppe zu
erweitern. Die Jenaer Chemiker haben erstmals eine neue Klasse von
fluoreszierenden Farbstoffen - so genannte "Oligopyrazine" -
synthetisiert. Als sie ihre Erfindung kürzlich beim Deutschen Patent-
und Markenamt in München anmeldeten, bescherten Prof. Beckert und sein
Team der Jenaer Universität zugleich ein beachtliches Jubiläum: sie
hatten das 333. Patent seit der Wende angemeldet.
Damit knüpften die Forscher um Prof. Beckert an einen erfolgreichen
Trend der vergangenen Jahre an. Wie eine kürzlich veröffentlichte
Studie des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) in Gütersloh
zeigte, sind die Wissenschaftler der Friedrich-Schiller-Universität in
Sachen Erfindungsreichtum deutschlandweit führend. Demnach haben
Forscher der klassischen naturwissenschaftlichen Fächer der
Universität Jena zwischen 2002 bis 2004 insgesamt 61 Erfindungen
angemeldet. Sowohl absolut gesehen als auch im Verhältnis zur Zahl der
forschenden Wissenschaftler ist das die Spitzenposition unter
Deutschlands Hochschulen.
Dabei war die Entdeckung der Oligopyrazine eher ein Zufall, wie Prof.
Beckert heute schmunzelnd zugibt. Der Chemiker von der Universität
Jena erforscht heterozyklische Naturstoffe bereits seit vielen Jahren.
Sein Ziel ist es, diese Verbindungen besser zu verstehen und
ausgewählte Strukturen für gezielte Anwendungen maßzuschneidern. Vor
allem funktionelle Farbstoffe, mit deren Hilfe sich Solarenergie in
Strom umwandeln lässt, stehen im Mittelpunkt der aktuellen Forschungen
in Prof. Beckerts Labor. Bei der Synthese eines solchen funktionellen
Farbstoffes fiel Doktorandin Frances Stöckner eines Tages ein rot
fluoreszierendes Nebenprodukt auf. "Anfangs schenkten wir dem kaum
Beachtung", erinnert sich Beckert. Doch als das Nebenprodukt jedes Mal
wieder auftauchte, analysierten es die Jenaer Chemiker genauer. "Da
erst merkten wir, was wir entdeckt hatten", so Beckert.
Die neuen Farbstoffe könnten, auf Grund ihrer chemischen
Eigenschaften, beispielsweise in der Halbleitertechnik als
Transistoren eingesetzt werden. "Doch bis dahin ist noch einiges an
Entwicklungsarbeit zu leisten", schätzt Prof. Beckert ein.
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