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Es gibt kaum einen Bereich der Technik, in dem die
Nanotechnologie nicht früher oder später eine entscheidende Rolle
spielen wird. Wer sich heute dafür entscheidet Arzt,
Flugzeugkonstrukteur, Kfz-Ingenieur, Architekt, Chemielaborant oder
Elektronikfacharbeiter zu werden, wird in seinem zukünftigen
beruflichen Leben immer wieder mit der Nanotechnologie zu tun
bekommen. Darum ist es unerlässlich, den Fachkräften von morgen schon
heute ein fundiertes Grundwissen zu diesem Thema zu vermitteln und
ihnen vor allen Dingen eine ganz bestimmte Fähigkeit zu vermitteln:
die Fähigkeit, Grenzen zwischen naturwissenschaftlich-technischen
Fächern zu überschreiten, stets über den jeweiligen Zaun zu schauen
und Berührungspunkte mit den anderen Wissensfeldern zu suchen und zu
finden.
Das Kompetenzzentrum CC-NanoChem am
Leibniz-Institut für Neue Materialien in Saarbrücken hat in
Zusammenarbeit mit dem Deutschen Verein zur Förderung des
mathematischen und naturwissenschaftlichen Unterrichts e.V. und dem
saarländischen Landesinstitut für Pädagogik und Medien einen
Experimentierkasten zur Chemischen Nanotechnologie zusammengestellt.
Er enthält eine Reihe von Versuchen, die sich hervorragend zur
Integration in den Schulunterricht eignen, den interdisziplinären
Charakter der Nanotechnologie unterstreichen und ihr
Anwendungspotential verdeutlichen.
So werden in einer einfachen Fällungsreaktion
farbige Lösungen von Goldnanopartikeln hergestellt, photokatalytische
Nanopartikel zersetzen unter UV-Licht Farbstoffe in wässeriger Lösung,
mit wenigen einfachen Chemikalien wird eine lotus-ähnliche
Beschichtung erzeugt, und magnetische Nanopartikel beweisen im
Handversuch ihr Potential zur Abtrennung von Schwermetallen aus
Abwasser.
Gemeinsam mit der Klaus Tschira Stiftung gGmbH und
dem Schulen ans Netz e.V. und mit Unterstützung des Fonds der
Chemischen Industrie hat das Kompetenzzentrum CC-NanoChem nun einen
Workshop zum Thema "Nanotechnologie im Unterricht" organisiert. Er
wird im September im Rahmen der Fachtagung "Naturwissenschaften
entdecken!" in der Heidelberger Villa Bosch stattfinden.
Lehrer der Fächer Chemie, Physik und Biologie sind
eingeladen, sich mit dem Thema Nanotechnologie näher vertraut zu
machen. Alle Teilnehmer erhalten einen Experimentierkasten, um die
Experimente im Unterricht testen zu können. Auf Basis des Feedbacks,
das die Veranstalter von ihnen erhalten, wird der Experimentierkasten
für den effektiven Einsatz in der Schule optimiert. Darüber hinaus
werden die Integration von Nano-Themen in den Unterricht und der
Einsatz digitaler Materialien bei diesem Vorhaben erörtert und
Strategien entwickelt. Im Ergebnis dieses Prozesses soll der
Experimentierkasten ab 2007 bundesweit erhältlich sein. |