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Trotz immer schnellerer Schüttler, winziger
Magnetrührer oder der Anwendung von Ultra-Schallwellen - die
Oberflächenspannung des Wassers und seine Bindung an die Gefäßwände
verhindern, dass sich in den kleinen Näpfchen von so genannten
Mikrotiterplatten oder auf dünnen Chip-Oberflächen Flüssigkeiten
zufriedenstellend mischen lassen. "Das geschieht vor allem nicht
schnell genug", weiß Dr. Rhode. "Es dauert immer noch viele Minuten,
bis die Mischung komplett ist." Doch in dieser Zeit können bereits
Nebenreaktionen ablaufen oder sich die Konzentrationen der Lösungen
und ihre Temperatur gravierend verändern.
Deshalb suchten Dr. Rhode und ihre Arbeitsgruppe
nach einem alternativen Weg des Mischens und haben ihn gefunden. Sie
nutzen die so genannte "Marangoni-Konvektion", auch "thermocapillary
convection" genannt. Das nach einem italienischen Winzer benannte
Phänomen sieht so aus: Gibt man einen Tropfen Alkohol auf eine
Wasseroberfläche, so lassen sich rasante Turbulenzen mit immer
wiederkehrenden geometrischen Figuren an der Wasseroberfläche
beobachten. "Besonders gut sieht man dies, wenn kleine Partikel, wie
beispielsweise Pfeffer, auf dem Wasser schwimmen", so Dr. Rhode. Die
Jenaer Biochemikerin und ihre Kollegen konnten nun erstmals und
unerwartet zeigen, dass sich die "Marangoni-Konvektion" auch in sehr
kleinen Reaktionsgefäßen erzeugen und so zum extrem schnellen
Durchmischen nutzen lässt. "Innerhalb einer Sekunde sind alle
nacheinander pipettierten Flüssigkeiten gemischt, selbst in einem 50
Mikrolitervolumen", versichert Rhode.
Die dazu benötigte Menge Alkohol ist übrigens nicht
problematisch. Erstens sei diese "winziger als winzig". "Außerdem
funktioniert die Methode auch mit vielen anderen mit Wasser mischbaren
Lösungsmitteln", so Dr. Rhode. Die Anwender können also jeweils
dasjenige Lösungsmittel für den "Sturm im Reaktionsgefäß" verwenden,
das von den untersuchten Biomolekülen am besten vertragen wird.
Die von den Jenaer Forschern um Dr. Rhode
entwickelte Methode wird unter dem Titel "Turbomixing in microplates"
demnächst in der Fachzeitschrift Journal of Biomolecular Screening der
Society of Biomolecular Screening erscheinen. |