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Quecksilber beispielsweise ist, je nachdem, in
welcher Form es vorliegt, mehr oder weniger giftig: In Form
organischer Verbindungen wie Monomethylquecksilber und
Dimethylquecksilber ist das Metall mindestens 100 Mal toxischer als
eine gleich große Menge Quecksilber in anorganischer Bindungsform. Der
Grund ist, dass Methylquecksilber im Gegensatz zu den anderen Spezies
die Blut-Hirn-Schranke überwinden und damit das zentrale Nervensystem
schädigen kann. Die Verbindung ist außerdem plazentagängig. Im
Hinblick auf eine Gefährdung des Menschen ist somit relevant, das
Vorkommen von organisch gebundenem Quecksilber in Nahrungsmitteln zu
entdecken. Im Rahmen des Graduiertenkollegs konnte eine neue
Analysemethode entwickelt werden, um die Konzentration von
Methylquecksilber in Fischen und Meeresfrüchten zu bestimmen. Die
Analysen von Seafood ergaben, dass ein hoher Prozentsatz des
Gesamtquecksilbers in Fischen und anderen Meerestieren aus dem extrem
giftigen Methylquecksilber besteht. Die Wissenschaftler raten daher
insbesondere dazu, den Verzehr von äußerst belastetem Haifleisch
weitgehend zu vermeiden und fordern die Gesetzgebung auf, Grenzwerte
für Lebensmittel nicht länger auf das Gesamtquecksilber, sondern auf
Methylquecksilber zu beziehen.
Ein weiterer Schwerpunkt, der auf dem Workshop in
Mainz vorgestellt wird, ist die Entwicklung von Speziationsmethoden
zur Untersuchung von Aerosolpartikeln in der Atmosphäre. Zum einen
beeinflussen Aerosolpartikel wesentlich das Klima, da sie an der
Entstehung von Wolken beteiligt sind. Andererseits können
atmosphärische Partikel in Abhängigkeit von ihrer Konzentration und
Beschaffenheit negative gesundheitliche Auswirkungen auf den Menschen
haben. Insbesondere um die Frage zu klären, welcher Anteil des
atmosphärischen Aerosols biogenen Ursprungs ist und welcher auf
menschliche Aktivitäten zurückzuführen ist, gilt es, die beteiligten
Elementspezies zu identifizieren und zu messen. Mit Hilfe der in den
vergangenen drei Jahren von Doktoranden des Graduiertenkollegs
entwickelten hochempfindlichen Speziationsmethoden wurden bereits
wertvolle Hinweise über die Bildungsmechanismen maritimer
Aerosolpartikel in Zusammenhang mit der Iodfreisetzung durch Algen
erhalten.
Graduiertenkollegs wurden von der Deutschen
Forschungsgemeinschaft an Hochschulen eingerichtet, um besonders
qualifizierte Nachwuchswissenschaftler zu fördern und sie bei ihrer
Promotion zu unterstützen. Doktorandinnen und Doktoranden können ihre
Arbeiten im Rahmen eines koordinierten, von mehreren Hochschullehrern
getragenen Forschungsprogramms durchführen. Das Graduiertenkolleg
"Spurenanalytik von Elementspezies: Methodenentwicklungen und
Anwendungen" ist - wie von der DFG gewünscht - interdisziplinär
angelegt und wird in der neuen Förderperiode drei Schwerpunkte
verfolgen: Elementspezies in biologischen und Umweltproben, Speziation
von Radionukliden in der Umwelt und die Speziation von Spurenelementen
in der Atmosphäre. Die erste Phase haben 16 Doktorandinnen und
Doktoranden erfolgreich abgeschlossen. Für den neuen Abschnitt hat die
DFG die Vergabe von 15 Doktorandenstipendien und einer Postdoc-Stelle
bewilligt. |