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Wöhler-Preis 2005


Statement des Wöhler-Preisträgers Dr. Nikolaus Müller auf der GDCh-Pressekonferenz am 12. September 2005 in Düsseldorf.


Sehr geehrte Damen und Herren,

Dr. Torsten Groth, Dr. Winfried Joentgen, Dr. Alfred Mitschker und ich vom Chemiekonzern LANXESS wurden heute mit dem Friedrich-Wöhler-Preis für ressourcenschonende Prozesse ausgezeichnet. Mit dieser renommierten Auszeichnung würdigt die Gesellschaft Deutscher Chemiker "innovative Forschungsbeiträge, deren zukunftsorientierter Modellcharakter im gesamten Feld der Chemie zu verantwortungsbewusster Nutzung vorhandener bzw. Erschließung neuer Ressourcen sowie zu höherer Umweltverträglichkeit führen kann", wie es in der Widmung heißt. Der Preis ist nach einem der bedeutendsten Chemiker Deutschlands benannt. Friedrich Wöhler lebte von 1800 bis 1882.

Grund für die diesjährige Juryentscheidung ist die Entwicklung eines Herstellverfahrens für Polyasparaginsäure, einer umweltverträglichen, biologisch abbaubaren Alternative zu Polyacrylaten, die nur schwer biologisch abbaubar sind. Sie ersetzen Phosphate in Waschmitteln und absorbieren am Klärschlamm von Kläranlagen. Allein für Waschmittel liegt der Bedarf an Polyacrylaten in Europa bei rund 90.000 Jahrestonnen. Zu Beginn der 90er Jahre wurde Klärschlamm größtenteils als Dünger verwendet. Dabei bestand die Gefahr, dass Polyacrylate ins Erdreich sedimentieren und Grundwasser gefährdende Schwermetalle remobilisieren können. Mit zunehmender Verbrennung des Klärschlammes hat sich die Diskussion um Polyacrylate entspannt. Jedoch sind rund 40 Prozent der OECD-Haushalte immer noch nicht an Kläranlagen angeschlossen.

Bei der Produktion von Polyasparaginsäure, Produktname Baypure® DS 100, nutzten die Chemiker ein Patent, das die Herstellung der Säure aus Maleinsäureanhydid (MSA), Ammoniak und Natronlauge beschreibt. Da diese Rohstoffe weit verbreitet und kostengünstig sind, konkurriert Baypure® DS nicht nur ökologisch, sondern auch ökonomisch mit Polyacrylaten. Bei dem Herstellungsprozess stehen Umwelt schonende Verfahren im Vordergrund, denn die Prozesskreisläufe werden geschlossen. LANXESS produziert dadurch abfallfrei, lediglich Reinigungsabwässer fallen an. Die zur Herstellung eingesetzten Rohstoffe werden vollständig rezyklisiert bzw. so konfektioniert, dass sie anderweitig genutzt werden können. Ein weiterer Vorteil des Verfahrens: Die Produktion von Baypure®DS 100 erfolgt in der Summe nahezu energieneutral. Denn die Herstellung von MSA ist stark exotherm. Es werden rund vier Tonnen Dampf pro Tonne MSA erzeugt, die wieder genutzt werden.

Im Rahmen der Forschungs- und Entwicklungsarbeiten für das Herstellverfahren von Polyasparaginsäure konnte auch ein umweltverträgliches Komplexiermittel entwickelt werden. Das Iminodisuccinat ist ebenfalls biologisch gut abbaubar und besitzt, wie die Polyasparaginsäure, ein gutes ökotoxikologisches Gesamtprofil. Das Produkt wird unter dem Markennamen Baypure® CX 100 vertrieben und findet Einsatz in Körperpflegemitteln wie Haarshampoos, Duschgels, in Waschmitteln und einer Vielzahl von Oberflächenreinigern. Bei der Produktion von Baypure® CX 100 sind auch die Produktströme geschlossen und abfallfrei.

19. September 2005


Quellen und weitere Informationen:

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Mitteilung der Gesellschaft Deutscher Chemiker e.V.

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siehe auch folgende Artikel:

-

Neue Strukturen in der Chemischen Industrie - Herausforderung oder Bedrohung?

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Strukturen und Strukturbildung in der Chemie

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GDCh-Präsident zur Forschungs- und Bildungspolitik sowie zur Neustrukturierung von Forschung und Lehre

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Wirkstoffe in der aquatischen Umwelt

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Zusammenfassung der GDCh-Jahrestagung 2005 in Düsseldorf

 


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