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Gegenwart und Zukunft in Adlershof: BESSY II ...

... und das künftige Zentrum für
Synchrotronstrahlung mit BESSY II dem Willy-Wien-Laboratorium (im Bau)
und dem BESSY-FEL (in Planung)
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Die hohe Qualität der Strahlung, die BESSY liefert, ermöglicht
exzellente Forschungsergebnisse - jährlich kommen deswegen 1000 Forscher aus dem
In- und Ausland nach Berlin. Auch die bei BESSY geleistete Weiterentwicklung der
Synchrotrontechnologie zeitigt Ergebnisse, die international gefragt sind. So
baut BESSY derzeit den Speicherring für das Willy-Wien-Laboratorium der
Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Adlershof. Vor allem aber wird die
Synchrotronquelle der Zukunft entwickelt, der so genannte Freie-Elektronen-Laser
oder kurz FEL.
Anläßlich des 25-jährigen Jubiläums unterstreicht Prof. Eberhard Jaeschke,
Geschäftsführer von BESSY, dass in Adlershof ein einzigartiges Zentrum für
Synchrotronstrahlung entsteht. "Der Bau des BESSY-FEL in unmittelbarer
Nachbarschaft zu BESSY II und dem Willy-Wien-Laboratorium ist für Berlin von
enormer Bedeutung, um auch in Zukunft seine Spitzenposition in der
internationalen Forschung mit Synchrotronstrahlung zu halten."
Die Anfänge von BESSY liegen in Berlin-Wilmersdorf. Dort ging 1981 mit dem
"kleinen" Ring BESSY I die erste dedizierte Synchrotronstrahlungsquelle
Deutschlands in Betrieb. In derartigen Synchrotrons werden Elektronen auf nahezu
Lichtgeschwindigkeit beschleunigt und durch große Magnete auf eine Kreisbahn
gezwungen. Dabei strahlen sie Energie in Form elektromagnetischer Strahlung, der
Synchrotronstrahlung, ab. Vor allem Physiker hatten den Bau von BESSY I
gefordert, lieferte er ihnen doch extrem intensive "weiche" Röntgenstrahlung
beliebiger Frequenz, ein einzigartiges Werkzeug für Untersuchungen in den
Materialwissenschaften, in der Atomphysik und in der Metrologie.
Parallel zum Betrieb von BESSY I arbeiteten die Mitarbeiter von BESSY schon an
den Planungen und Entwicklungen für eine noch leistungsfähigere
Synchrotronquelle: Da absehbar war, dass für die immer anspruchsvolleren
wissenschaftlichen Fragestellungen noch intensiveres Licht mit einer noch
höheren spektralen Auflösung gebraucht würde, war man dadurch gut auf die
Zukunft vorbereitet. So konnte 1993 mit dem Bau von BESSY II in Berlin-Adlershof
begonnen werden. 1998 in Betrieb gegangen ist er nun Europas größte
Synchrotronstrahlungsquelle der modernsten Generation im wei-chen
Röntgenbereich. Mittlerweile umfasst das Forschungsprogramm bei BESSY Themen aus
der reinen Grundlagenforschung in Physik, Chemie und Medizin ebenso wie
angewandte Forschung etwa zu magnetischen Datenspeichern, zur Katalyse, Optik
und Materialwissenschaft, bis hin zur Proteinstrukturanalyse für die Entwicklung
neuer Wirkstoffe in der Pharmakologie. Auch wird die Synchrotronstrahlung für
die Fertigung mikrostrukturierter Bauteile genutzt.
Der Bau von BESSY II auf dem Campus in Adlershof diente auch der Neuschaffung
eines modernen, zukunftsorientierten Wissenschaftspark. Mit seinen zahlreichen
Nutzern aus unterschiedlichen Instituten und Disziplinen schien BESSY der
geeignete "Kristallisationskern", um den Aufbau neuer Strukturen zu
beschleunigen und andere Forschungseinrichtungen hierher zu ziehen. Heute, nach
sechs Jahren Betrieb im Adlershofer Wissenschaftspark, zeigt sich der Erfolg
dieser Strategie: Mit BESSY kam ein Labor der Physikalisch Technischen
Bundesanstalt (PTB) nach Adlershof und insgesamt vier Institute der
Max-Planck-Gesellschaft haben bei BESSY eigene Experimentierplätze. Ein Teil der
Proteinstrukturfabrik hat sich auf dem Gelände niedergelassen und betreibt bei
BESSY ebenfalls drei eigene Messstationen, es gibt vor Ort Kooperationen mit der
Bundesanstalt für Materialprüfung, dem Hahn-Meitner-Institut und dem Deutschen
Zentrum für Luft- und Raumfahrt, und auch das Institut für Spektrochemie und
angewandte Spektroskopie sowie das Max-Born-Institut für Nichtlineare Optik und
Kurzzeitspektroskopie - beide aus der Akademie der Wissenschaften hervorgegangen
- profitieren von der räumlichen Nähe. Eine intensive Zusammenarbeit betreibt
BESSY auch mit der ansässigen Firma FMB, die technische Komponenten für
Beschleuniger weltweit vermarktet.
Für die Zukunft ist in mehrfacher Hinsicht gesorgt: So lehren Physiker von BESSY
den wissenschaftlichen Nachwuchs an den Berliner Universitäten die Anwendung und
Erzeugung von Synchrotronstrahlung, wobei die Studierenden der
Humboldt-Universität auf dem Campus auch den direkten Kontakt zu BESSY haben.
Der geplante Bau des BESSY FEL soll es diesen künftigen Wissenschaftlern
gewährleisten, später die modernsten Untersuchungsmethoden zur Verfügung zu
haben. "Mit den ultrakurzen, superhellen Röntgenblitzen des FEL lassen sich die
Details beim Ablauf einer chemischen Reaktion ebenso minutiös beobachten, wie
der Energie- oder Materialtransport in lebenden Zellen oder die Speicherung und
Verarbeitung von Daten in einem Computer. Diese bislang verborgenen Erkenntnisse
werden es ermöglichen, steuernd in die Prozesse einzugreifen und neue
Prozesswege zu erschließen", beschreibt Prof. Wolfgang Eberhardt,
Geschäftsführer von BESSY, die Forschungsperspektiven. "Der BESSY-FEL wird
gewährleisten, dass weiterhin internationale Spitzenforschung mit
Synchrotronlicht in Berlin stattfindet." |