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Auf einer Gesamtnutzfläche von ca. 3000 qm finden
- der Lehrstuhl für Lebensmittelchemie (Prof. Peter
Schieberle, derzeit Garching),
- der neue Lehrstuhl für Lebensmittelchemie und
Molekulare Sensorik (Prof. Thomas Hofmann),
- die Professur für Biomolekulare
Lebensmitteltechnologie (Prof. Wilfried Schwab) und
- die Deutsche Forschungsanstalt für
Lebensmittelchemie - DFA (derzeit Garching)
unter einem gemeinsamen Dach ihre künftigen
Arbeitsmöglichkeiten.
Für den durch Ressourcenumwidmung neu geschaffenen
Lehrstuhl für "Lebensmittelchemie und Molekulare Sensorik" konnte der
Münsteraner Ordinarius für Lebensmittelchemie Prof. Thomas Hofmann
(38) gewonnen werden. Er hat sich bereits in jungen Jahren als
herausragende Lehrer- und Forscherpersönlichkeit profiliert. Zu
Gunsten der TU München schlug er zeitgleich einen Ruf an die ETH
Zürich aus.
Gemeinsam mit dem Bayerischen
Wissenschaftsministerium konnte die TU München innerhalb weniger
Monate das Gesamtkonzept vom 1. März 2006 umsetzen. Dazu
Wissenschaftsminister Dr. Thomas Goppel: "Die Berufung von Professor
Hofmann zeigt, dass die Wissenschaft, speziell auch die besonders
engagierten Münchner Universitäten, mit klaren Schwerpunktsetzungen
hervorragende Persönlichkeiten gegen eine starke Konkurrenz wie die
ETH Zürich gewinnen kann." Aus Sicht des öffentlichen Interesses an
gesunden Lebensmitteln, so der Minister, zeigten nicht zuletzt die
Lebensmittelskandale der jüngsten Vergangenheit die Richtigkeit dieser
strukturpolitischen Entscheidung. Damit werde an der TU München die
Lebensmittelchemie in ihrer gesamten Breite aufgewertet und in ihrer
Verbindung zur Stammdisziplin Chemie verstärkt.
Mit der Schaffung des Lehrstuhls für
"Lebensmittelchemie und Molekulare Sensorik" und der Bündelung ihrer
lebensmittelchemischen Kompetenz in Freising-Weihenstephan setzt die
TU München einen besonderen Akzent für den Wissenschaftsstandort
Bayern und bereichert damit die Profilierung des Campus Weihenstephan
als internationales Zentrum der Lebenswissenschaften.
TU-Präsident Wolfgang A. Herrmann in einem
Pressegespräch am 9. Oktober 2006 in München: "Das moderne Umfeld der
Ernährungs- und Lebensmittelwissenschaften bietet wie an keinem
anderen Standort in Deutschland die Möglichkeit, dass die
Lebensmittelchemie als wichtige naturwissenschaftliche Disziplin und
in ihrer unmittelbaren Praxiswirksamkeit gleichzeitig zur Entfaltung
kommt." Die Hochschule habe erkannt, dass ein traditionsreicher
getränke- und lebensmitteltechnologischer Standort die rasanten
Erkenntnisse der Lebensmittelchemie - von der Lebensmittelanalytik bis
zum physiologischen Verständnis der Lebensmittelinhaltsstoffe - in
einer interdisziplinären Aufstellung nutzen müsse. Es sei nicht mehr
zeitgemäß, diese Disziplin akademisch als Anhängsel der Chemie zu
führen.
Als Vorsitzender des wissenschaftlichen DFA-Beirats
hebt der renommierte Lebensmittelchemiker Professor Hans Steinhart
(Hamburg) hervor: "In ihrer klaren Konzeption schafft die TUM die
Voraussetzung für das europaweit stärkste Zentrum der modernen
Lebensmittelchemie. Gerade mit Blick auf die Entwicklungen in Europa
bezüglich Lebensmittelsicherheit und Verbraucherschutz kommt der
TUM-Vorstoß exakt zum richtigen Zeitpunkt."
Die chemische Ausbildung der Lebensmittelchemiker
findet weiterhin in der Fakultät für Chemie in Garching statt, die
Fortgeschrittenen-Ausbildung hingegen künftig in Weihenstephan, weil
dort die einschlägigen Nachbardisziplinen, wie Ernährungswissenschaft,
Lebensmitteltechnologie, Pflanzen- und Tierwissen-schaften sowie die
Agrarwissenschaft, gut etabliert sind. Eine besonders enge
Wechselwirkung erwartet der TU-Präsident mit dem jüngst in
Weihenstephan eingerichteten "Zentralinstitut für Ernährungs- und
Lebensmittelforschung" sowie mit dem "Forschungszentrum Weihenstephan
für Brau- und Lebensmittelqualität".
Zum Neuen Lehrstuhl: Die "Molekulare Sensorik"
identifiziert und untersucht geruchs- und geschmacksaktive Naturstoffe
hinsichtlich ihrer physiologischen Wirkung und Bedeutung. Solche
aktiven Biomoleküle spielen nicht nur in Ernährung, Pharma und Medizin
eine Rolle, sondern auch als Marker für die gezielte Steuerung
industrieller Prozesse in der Lebensmittelproduktion.
Die "Deutsche Forschungsanstalt für
Lebensmittelchemie" (DFA) ist eine Einrichtung der
Leibniz-Gemeinschaft und wird je zur Hälfte vom Bund und den Ländern
finanziert. Sie verfügt über ein Jahresbudget von 2,8 Mio. €. Leiter
der DFA ist Professor Peter Schieberle, in Personalunion Inhaber des
Lehrstuhls für Lebensmittelchemie der TUM. Die DFA verfügt über ca. 30
Planstellen und weitere Drittmittelstellen für Forschung. |