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"Die Erzeugung von Wasserstoff mit Hilfe
regenerativer Energie wird unsere Abhängigkeit vom Erdöl verringern.
Gleichzeitig ist Wasserstoff als Energielieferant eine
umweltfreundliche Alternative, da bei seiner Verbrennung keine
Treibhausgase sondern nur Wasser und Sauerstoff entstehen", so
Professor Rüdiger Bormann, Leiter am Institut für Werkstoffforschung
des GKSS-Forschungszentrum Geesthacht in der Helmholtz-Gemeinschaft
und Sprecher der Helmholtz-Initiative "Funktionale Materialen für
mobile Wasserstoffspeicher".
In der Initiative wollen die auf dem Gebiet
kompetenten europäischen Forschungsseinrichtungen dieses Problem jetzt
gemeinsam lösen. Die Helmholtz-Zentren GKSS-Forschungszentrum
Geesthacht und Forschungszentrum Karlsruhe kooperieren dabei mit dem
Leibniz-Institut für Festkörper- und Werkstoffforschung in Dresden,
der Schweizer Universität Fribourg und der Vrije Universiteit in
Amsterdam sowie dreizehn weiteren nationalen und internationalen
Partnern aus den Bereichen Industrie und Forschung.
Die Wissenschaftler konzentrieren sich auf komplexe
Leichtmetall-Hydride. Dies sind neuartige feste Materialien, die
Wasserstoff-Atome chemisch binden und bei Erwärmung wieder abgeben
können. "Im Vergleich zu gasförmigem Wasserstoff haben diese
Metallhydride eine höhere Speicherdichte für Wasserstoff und die Form
des Tanks ist frei wählbar - interessant auch für Energiespeicher in
Laptops", erläutert Bormann. Die Industrie erhofft sich von den
Forschern für den Einsatz in Fahrzeugen einen Wasserstofftank mit
einem Volumen unterhalb von 120 Litern und einer Speicherkapazität von
mindestens fünf Kilogramm Wasserstoff.
Aufgrund der großen wirtschaftlichen und
gesellschaftlichen Bedeutung hatte der Senat der
Helmholtz-Gemeinschaft die Förderung einer übergreifenden Initiative
empfohlen. Um die vielseitigen Aktivitäten der Wasserstoffforscher
effektiv zu bündeln, soll diese Helmholtz-Initiative mittelfristig
Kern eines europäischen Kompetenznetzwerkes werden, in dem die
Arbeiten zur Wasserstoffspeicherung mit den Aktivitäten zur
Herstellung und Reinigung von Wasserstoff, zur Entwicklung effektiver
Brennstoffzellen und zur Systemnutzung in mobilen Anwendungen
konzeptionell abgestimmt werden.
Die Helmholtz-Gemeinschaft ist mit ihren 15
Forschungszentren und einem Jahresbudget von rund 2,2 Milliarden Euro
die größte Wissenschaftsorganisation Deutschlands. Die 24 000
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Helmholtz-Gemeinschaft erbringen
wissenschaftliche Spitzenleistungen in sechs Forschungsbereichen:
Energie, Erde und Umwelt, Gesundheit, Schlüsseltechnologien, Struktur
der Materie, Verkehr und Weltraum. Die Helmholtz-Gemeinschaft
identifiziert und bearbeitet große und drängende Fragen von
Gesellschaft, Wissenschaft und Wirtschaft, insbesondere durch die
Erforschung von Systemen hoher Komplexität. |