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Lange Zeit galt die Olefinmetathese als nur
eingeschränkt industriell anwendbare Reaktion auf einige Olefine (Alkene).
Dies änderte sich durch die Arbeiten der diesjährigen Nobelpreisträger
und der Entwicklung neuer Katalysatoren mit hoher Aktivität,
Stabilität und Toleranz gegenüber polaren funktionellen Gruppen, die
die Methode der Metathese zu einer vielseitig und kostengünstig
einsetzbaren Standardreaktion auch in industriellen Prozessen machte.

Die Metathese von Alkenen wird durch Metallalkylide
katalysiert; es entstehen zwei neue Alkene: Ethen und ein Alken mit
dem Rest R1 an den beiden Kohlenstoffatomen der
C=C-Doppelbindung (Abb. a). Beim Chauvin-Mechanismus (Abb. b) erfolgt
die Umalkylidenierung über einen intermediären Metallcyclobutankomplex.
Als Produkte entstehen Verbindungen mit neu angeordneten
Doppelbindungen. [Siehe auch:
Olefin Metathesis/Grubbs Reaction,
Olefinmetathese und
Literaturquellen zum Thema Olefin-Metathese (auf organische-chemie.ch)].
Yves Chauvin klärte im Detail den Mechanismus der
Reaktion auf und zeigte, welche Metalle als Katalysatoren einsetzbar
sind.
Richard Schrock stellte als Erster eine katalytisch
effiziente Metallverbindung für die Metathese her. Zwei Jahre später
entwickelte Robert Grubbs einen noch wirksameren und an der Luft
stabilen Katalysator, der heute vielfach Anwendung findet.
Insgesamt zeichnet sich die durch die Laureaten
entwickelte Reaktion durch hohe Effizienz, einfache Durchführung und
Umweltfreundlichkeit aus. |
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Der Nobelpreis für Chemie ging heute an den
ehemaligen Humboldt-Forschungsstipendiaten Robert H. Grubbs und den
Humboldt-Forschungspreisträger Richard R. Schrock sowie an ihren
Kollegen Yves Chauvin. Bereits gestern waren drei
Humboldt-Forschungspreisträger mit dem Nobelpreis für Physik
ausgezeichnet worden. Damit gehören insgesamt 40 Nobelpreisträger zum
weltweiten Netz der Forschungsstipendiaten und Forschungspreisträger
der Alexander von Humboldt-Stiftung. Die Alexander
von Humboldt-Stiftung gratuliert Professor Robert H. Grubbs und
Professor Richard R. Schrock zum Gewinn des Chemie-Nobelpreises, den
Sie gemeinsam zu gleichen Teilen mit dem französischen Forscher
Professor Yves Chauvin für die Entwicklung von Methoden auf dem Gebiet
der organischen Syntheseverfahren erhalten. Robert
Grubbs, geboren 1942, hatte 1975 als Humboldt-Forschungsstipendiat in
Deutschland gearbeitet. Der damals 33-Jährige forschte ein halbes Jahr
am Max-Planck-Institut (MPI) für Kohlenforschung in Mülheim an der
Ruhr. Er etablierte sich schon zu dieser Zeit als einer der führenden
amerikanischen Wissenschaftler in der organometallischen Chemie. Heute
forscht er am Massachusetts Institute of Technology (MIT), Cambridge,
Massachusetts, USA. Richard Schrock, Jahrgang 1945,
hatte 1994 den Humboldt-Forschungspreis erhalten und im Anschluss mit
Mitteln des Preises in Deutschland geforscht. Hierzu war er bis 2004
zu wiederholten Forschungsaufenthalten Gast am Anorganisch-Chemischen
Institut der TU München in Garching und hatte, wie sein Kollege Grubbs,
am MPI für Kohlenforschung in Garching gearbeitet. In den 90er Jahren
wurde er zum Namensgeber der Forschung zu Übergangsmetallen, der "Schrock
Chemistry". Schrock arbeitet am California Institute of Technology (Caltech)
in Pasadena, California, USA. "Wir freuen uns sehr,
dass in den vergangen zwei Tagen gleich fünf Humboldtianer den
Nobelpreis erhalten haben", sagte der Generalsekretär der
Humboldt-Stiftung, Dr. Georg Schütte. Die Verbindungen Robert Grubbs
und Richard Schrocks zur Humboldt-Stiftung seien exemplarisch für die
Förderphilosphie der Stiftung: "Als Robert Grubbs Humboldt-Stipendiat
wurde, kam er als Forschertalent nach Deutschland, lange bevor er sich
etablierte und eines Tages als Kandidat für den Nobelpreis gehandelt
werden sollte. Richard Schrock erhielt den Humboldt-Forschungspreis
und wurde für die enge Zusammenarbeit mit deutschen Kollegen gewonnen,
als er bereits weltweit anerkannt war. Dass die Förderung von
Humboldtianern, seien sie junge Stipendiaten oder bereits vielfach
anerkannten Preisträger, immer auch Investionen in die Zukunft sind,
beweisen die Nobelpreise für Robert Grubbs und Richard Schrock
stellvertretend für viele Humboldtianer weltweit", sagte Schütte. |