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Eingeladen hatten das Bundesumweltministerium
(BMU), das Umweltbundesamt (UBA) und die Bundesanstalt für
Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Die Fachleute diskutierten
den Wissensstand sowohl zu den Chancen synthetischer Nanopartikel als
auch über mögliche Wirkungen auf Mensch und Umwelt. Klar wurde, dass
die Datenlage über Nanopartikel - vor allem ihr Vorkommen am
Arbeitsplatz und in der Umwelt, ebenso wie die über ihre Wirkungen auf
Mensch und Umwelt - zurzeit unzureichend ist. Einig waren sich alle
beteiligten Fachleute über den potenziell erheblichen Nutzen der
Nanotechnologie. Es wird daher immer wichtiger, offene Fragen der
Nanotechnologie zu klären und ihre Risiken zu bewerten - auch um den
Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort Deutschland zu sichern.
Zahlreiche Verfahren und Produkte setzen schon
heute extrem kleine Partikel, so genannte Nanopartikel, ein. Die
neuartigen Materialien mit kleinsten Teilchen - 1 Nanometer ist der
millionste Teil eines Millimeters - haben völlig neue Eigenschaften
und eröffnen bisher nicht gekannte Anwendungsbereiche. Nanotechnologie
spart zudem Rohstoffe und ist deshalb potenziell umweltfreundlich.
Mögliche Risiken sind aber noch nicht ausreichend erforscht - etwa ob
kleinste Partikel, wie sie in Sonnencremes eingesetzt werden, für die
Umwelt unbedenklich sind. Auch für den Arbeitsschutz ist wichtig, zu
wissen, wo die Industrie Nanomaterialien einsetzt und welche
Belastungen für die menschliche Gesundheit bestehen.
Die Veranstaltung sollte zu einem frühen Zeitpunkt
das Gespräch über die neue Schlüsseltechnologie suchen, um Fehler zu
vermeiden, die in der Vergangenheit bei anderen Entwicklungen - wie
etwa der Gentechnik - gemacht wurden. Die Erfahrung zeigt, dass nur
ein intensiver Informations- und Meinungsaustausch zwischen allen
betroffenen Kreisen von Beginn an eine gestaltende Umwelt, -
Arbeitsschutz- und Verbraucherpolitik ermöglicht.
Die Tagungsteilnehmer hielten es für wichtig, der
Öffentlichkeit die Risiken der Nanotechnologie offen zu kommunizieren,
um Glaubwürdigkeit, Vertrauen und Akzeptanz zu erreichen. Dabei gilt
es, viele offene Fragen der neuen Technik für Bürgerinnen und Bürger
transparent zu machen: Zum Beispiel an welchen Punkten seines
"Lebensweges" ein Nanotechnologie-Produkt den größten Einfluss auf
Umwelt und menschliche Gesundheit hat sowie welche Messstrategien für
diese Ermittlung und Kontrolle geeignet sind.
Der Verband der chemischen Industrie und die BAuA
planen Erhebungen zur Herstellung und Verwendung von Nanomaterialien,
den dabei entstehenden Belastungen am Arbeitsplatz sowie zu schon
bestehenden Schutzmaßnahmen. Aus Sicht der Bundesregierung ist zu
klären, wo Regelungsbedarf - auch im rechtlichen Bereich - zum Schutz
von Mensch und Umwelt besteht. Die Bundesregierung plant, eine
Steuerungsgruppe aus betroffenen Ministerien, Wirtschaft, Wissenschaft
und gesellschaftlichen Gruppen einzurichten. Zudem ist vorgesehen, die
Öffentlichkeit intensiver zu informieren und den Wissensstand in
jährlichen Konferenzen zusammenzuführen.
An der Bonner Tagung nahmen Vertreterinnen und
Vertreter der Ministerien für Umwelt, Wirtschaft und Arbeit, Bildung
und Forschung sowie des Umweltbundesamtes, der Bundesanstalt für
Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin und des Bundesinstituts für
Risikoforschung teil. Ebenfalls vertreten waren die Bundesländer, die
europäische Kommission, die OECD sowie interessierte Staaten - wie
Großbritannien, Niederlande und Japan. |