Aus Klärschlämmen werden umweltfreundliche
Phosphordünger.
Kommunaler Klärschlamm enthält eine Vielzahl
wertvoller Pflanzennährstoffe, darunter auch Phosphor, eine in
absehbarer Zeit (weniger als 100 Jahre) knapp werdende und nicht
erneuerbare Ressource. Daneben enthalten Klärschlämme aber auch eine
Vielzahl unerwünschter anorganischer und organischer Schadstoffe, die
dessen Einsatz als Dünger in der Landwirtschaft umstritten gemacht
haben.
Ein internationales Konsortium von
Forschungsinstituten und Firmen aus Deutschland, Finnland, den
Niederlanden und Österreich (Foto) will nun in einem von der EU
geförderten und von der Bundesanstalt für Materialforschung und
-prüfung in Berlin (BAM) koordinierten Projekt "SUSAN - Sustainable
and Safe Re-use of Municipal Sewage Sludge for Nutrient Recovery
(Nachhaltige und sichere Nutzung von Nährstoffen aus kommunalen
Klärschlämmen)" die technischen Grundlagen für ein sicheres Recycling
des Phosphors aus Klärschlämmen erarbeiten. In einem komplexen
Verfahren werden bei der Monoverbrennung des Klärschlammes organische
Schadstoffe zerstört und anorganische durch Bildung flüchtiger Salze
entfernt.
Von der BAM werden thermochemische Untersuchungen
zur Abtrennung der Schwermetalle aus den Klärschlammaschen und zur
Umwandlung der Phosphor-Anteile in pflanzenverfügbare Verbindungen im
Labor- und kleintechnischen Maßstab durchgeführt sowie bestimmte
materialtechnische Aspekte bearbeitet. Wissenschaftler/innen des
Institutes für Pflanzenernährung und Bodenkunde der
Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) in Braunschweig
entwickeln Verfahren zur Qualitätskontrolle, prüfen die
Pflanzenverfügbarkeit des Phosphors in den Aschen und entwickeln
bodenbiologische Verfahren zur Mobilisierung, um die vollständige
Ausnutzung des Phosphors durch Kulturpflanzen zu ermöglichen.