|
Die Chemie beschäftigt sich häufig mit dem
Verständnis, wie chemische Bindungen geknüpft oder gelöst werden. Über
einen langen Zeitraum in der Geschichte der Chemie waren nur Einfach-,
Doppel- und Dreifachbindungen bekannt. Laut Philip Power, Professor
für Chemie an der Universität von Kalifornien und Mitautor der
Forschungsarbeit, sind Mehrfachbindungen besonders für die Chemie des
Kohlenstoffs von Bedeutung, aber nur bestimmte Metalle seien
theoretisch geeignet, Mehrfachbindungen mit mehr als drei Bindungen
auszubilden.
Die roten Kristalle wurden von Tailuan (Peter)
Nguyen, einem Studenten in Power's Forschungslabor, synthetisiert. Die
auf Chrom basierende Substanz ist bei Raumtemperatur stabil, zerfällt
jedoch bei Kontakt mit Wasser und entzündet sich spontan an der Luft.
Zur Herstellung der Verbindung knüpften Nguyen und
Power die Chromatome an große kohlenstoffbasierte Moleküle, um so dass
Reaktionsverhalten des Chroms zu behindern. Damit zwangen sie die
Chromatome, Bindungen untereinander einzugehen. Die Mehrfachbindung
wurde durch Röntgenbeugung und magnetische Messungen bestätigt.
Power bemerkt: "So weit wir wissen, gibt es keine
vergleichbare Verbindung in der Natur."
Neben Nguyen und Power sind der Post-Doktorand
Andrew Sutton, die Theoretikerin Marcin Brynda und James Fettinger,
Kristallographie, des Fachbereichs Chemie Autoren der Publikation;
außerdem Gary Long, Professor für Chemie an der Universität von
Missouri in Rolla. Peter Klavins und Long Pham (Fachbereich Physik, UC
Davis) nahmen die magnetischen Messungen vor.
Die Arbeit wurde online im Science Express
publiziert und wird später in der gedruckten Ausgabe erscheinen. |