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Anko Fischer (Isodetect) und Dr. Hans-Herrmann Richnow (UFZ)
beim Untersuchen der Bakterienfallen
Foto: André Künzelmann/UFZ

Mit Hilfe von Bakterienfallen (BACTRAP®) kann der
Schadstoffabbau nachgewiesen werden.
Foto: André Künzelmann/UFZ
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In Deutschland gibt es nach aktuellem Stand
etwa 270.000 zivile, altlastenverdächtige Flächen, von denen nach
Darstellung des Deutschen Umweltrates etwa 10 bis 15 Prozent ernste
Sanierungsfälle darstellen. Die Finanzierung der Altlastenbeseitigung
bereitet trotz staatlicher Fördermittel ernste Probleme, deshalb ist
die Nachfrage nach preiswerten Reinigungsverfahren groß. Interessant
sind vor allem die natürlichen Selbstreinigungsprozesse im Boden.
Grundlage für die Planung sind Gutachten über mikrobielle
Abbauprozesse. Diese will Isodetect erstellen, denn nur mit dem
sicheren Nachweis der Selbstreinigung ist die Anwendung dieser
kostengünstigen Sanierungsverfahren akzeptabel. Sie helfen, den
Schaden zu managen.
"Jeder Stoff weist entsprechend seiner Herkunft eine charakteristische
Isotopenzusammensetzung auf, die sich durch biologische Abbauprozesse
signifikant verändern kann. Diesen Zusammenhang nutzen wir, um die
mikrobielle Selbstreinigung in kontaminiertem Grundwasser nachzuweisen
und ihr Potential zu beurteilen", erklärt Dr. Hans-H. Richnow,
Departmentleiter Isotopenbiogeochemie am UFZ Leipzig und Mitgründer
der Isodetect GmbH. Beim biologischen Abbau eines Schadstoffes werden
Moleküle des leichten Kohlenstoff-Isotops (12C) bevorzugt abgebaut,
weil Bakterien diese Bindungen leichter aufbrechen können. Dadurch
steigt der Anteil schwerer Kohlenstoff-Isotope (13C) in der
Kontamination. Isodetect ermittelt das Isotopenverhältnis von
Schadstoffen an verschiedenen Stellen des schadstoffbeladenen Areals.
Ein signifikanter Anstieg schwerer Isotopen bedeutet den Nachweis des
Schadstoffabbaus. Da dieser Prozess - die so genannte
Isotopenfraktionierung - proportional zum Abbau erfolgt, kann der
Umfang der Selbstreinigung bestimmt werden.
Um den biologischen Schadstoffabbau besonders empfindlich
nachzuweisen, setzt Isodetect ein weiteres Testsystem ein. Man bringt
poröses Aufwuchsmaterial mit eingelagertem, isotopenmarkiertem
Schadstoff für vier bis zwölf Wochen in die Grundwasserbrunnen der
Altlast ein. Bakterien, die auf dem auf dem Material wachsen, bilden
Biofilme und werden im Aufwuchsmaterial gefangen. Diese
Bakterienfallen (BACTRAP®) werden nach der Entnahme auf die
isotopische Zusammensetzung der mikrobiellen Biomasse untersucht. Die
isotopische Markierung in Biomasse wie Fettsäuren oder Aminosäuren
beweist, dass die Bakterien den Schadstoff abgebaut und den
Kohlenstoff zur Biosynthese verwendet haben.
"Die Isotopenfraktionierungsmethode wurde innerhalb von
Forschungsvorhaben der GSF und des UFZ seit 2000 zur Charakterisierung
des mikrobiellen Abbaus erfolgreich erprobt", betont PD Dr. Rainer U.
Meckenstock, einer der Gründer des Unternehmens an der GSF, "Bisher
wurde mit der Isotopenmethode der in-situ-Abbau von aromatischen
Kohlenwasserstoffen, chlorierten Kohlenwasserstoffen und
Treibstoffzusätzen in Forschungsvorhaben nachgewiesen". Besonders
vorteilhaft an dieser Methode ist die Bestimmung des Schadstoffabbaus
in situ, also direkt vor Ort in der Schadstofffahne der Altlast.
Schnelligkeit und die hohe Qualität der Informationen sind weitere
Stärken des Verfahrens. Außerdem ist das Isotopenprofil von
Schadstoffen häufig so spezifisch, dass damit eine Ortung der
Kontaminationsquelle möglich ist. In bestimmten Fällen können
Schadensverursacher schnell identifiziert und damit die
Sanierungspflicht geklärt werden. Wissenschaftliche Arbeiten, die
jetzt durch Isodetect in die Praxis überführt werden, wurden auch
durch das Bundesforschungsministerium (BMBF 02WT0022) unterstützt.
Mit der Isodetect GmbH soll das Verfahren nun von der
Grundlagenforschung in die Praxis überführt werden. UFZ und GSF
entwickeln das Isotopenmonitoring von Altlasten weiter. Die
Forschungsinstitute wollen so neue Forschungsergebnisse über Isodetect
den zukünftigen Nutzern zur Verfügung stellen, um ein kosteneffektives
und innovatives Umweltmonitoring zu ermöglichen. Einige der aktuell
angebotenen Leistungen sind durch ein Patent über "Isotopenverfahren
zum Ermitteln des biologischen Schadstoffabbaus in der Umwelt"
(DE100016798A1) erfinderisch abgesichert oder als Marke angemeldet.
Die Geschäftsführung der Isodetect erfolgt durch Dr. Heinrich R.
Eisenmann auf dem Forschungsgelände der GSF in Neuherberg bei München.
Anko Fischer, der gegenwärtig seine Promotionsarbeit im Bereich
Isotopenbiogeochemie am UFZ abschießt, wird die Isodetect in den neuen
Bundesländern vertreten. Unterstützt wurde der Ausgründungsprozess
durch die Ascenion GbmH, die im Auftrag der Helmholtz-Gemeinschaft
Ausgründungen betreut.
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