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Physical Review Letters: RUB-Chemiker fangen NO-Molekül im Nanotröpfchen


Radikal trifft Quantenflüssigkeit - NO im Heliumnanotröpfchen beobachtet.


In einem fünf Nanometer kleinen Ball aus supraflüssigem Helium haben Bochumer Chemiker um Prof. Dr. Martina Havenith-Newen (Lehrstuhl für physikalische Chemie II) bei -272,78°C - nur 0,37°C über dem absoluten Nullpunkt - ein Stickstoffoxid(NO)-Molekül eingefangen. Mittels eines hochauflösenden Infrarotlasers, der einen charakteristischen chemischen Fingerabdruck liefert, konnten die Forscher erstmals Informationen über die Wechselwirkung zwischen dem NO-Molekül und seiner Umgebung herausfinden. Über ihre Ergebnisse berichten sie in der aktuellen Ausgabe von "Physical Review Letters".

Im Nanotröpfchen ist das NO-Molekül wie in einem winzigen Labor eingefangen.

Nanotröpfchen beeinflusst Einzelelektron fast nicht

Das sog. Heliumnanotröpfchen besitzt bei ultrakalten Temperaturen seltsame Eigenschaften: Es ist supraflüssig, d.h. es hat keine Reibung. "Ein Molekül kann daher reibungslos in dem Heliumnanotröpfchen rotieren", erklärt Prof. Havenith-Newen, "und das konnten wir beim NO direkt beobachten." Während in normalen Molekülen nur gepaarte Elektronen auftreten, handelt es sich beim NO um ein "Radikal": Es hat ein einzelnes ungepaartes Elektron, was typisch ist für besonders reaktive Moleküle. Erstmals konnten die Chemiker detailliert untersuchen, wie das Heliumnanotröpfchen die Elektronen beeinflusst - nämlich fast gar nicht: Der infrarote Fingerabdruck des NO im Heliumnanotröpfchen ist fast identisch mit dem Fingerabdruck des NO Moleküls im Vakuum.

Nanolabor für die Zukunft

Damit eröffnen sich neue Möglichkeiten für die Zukunft: "Supraflüssige Heliumnanotröpfchen sind Erfolg versprechende Nanolaboratorien, womit man chemische Reaktionen bei ultrakalten Temperaturen untersuchen kann", so Prof. Havenith-Newen. Außerdem zeigte das Infrarotspektrum die seltsame Quantennatur des supraflüssigen Heliumnanotröpfchens.


Quellen und weitere Informationen:

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Publiziert am 18.11.2005

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K. von Haeften, A. Metzelthin, S. Rudolph, V. Staemmler, M. Havenith, et al.: High-resolution spectroscopy of NO in helium droplets: A prototype for open shell molecular interactions in a quantum solvent. In: Physical Review Letter, Vol. 95, doi: 10.1103/PhysRevLett.95.215301

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Lehrstuhl für physikalische Chemie II, NC 7/72, Ruhr-Universität Bochum

 


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