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Die Aufklärung der Reaktionsprodukte durch analytische
Trennverfahren, wie etwa Gaschromatographie, gehört zu den
zentralen Aufgaben der am Sonderforschungsbereich beteiligten
Nachwuchswissenschaftler Christoph Gastl und Volker Rabe vom
Institut für Organische Chemie der Universität Stuttgart.
Foto: Uni Stuttgart
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Wenn es gelingen würde, die Reaktivität von
Sauerstoff zu erhöhen und gleichzeitig die Selektivität solcher
Oxidationen zu verbessern, also aus einem bestimmten Ausgangsmolekül
nur ein definiertes Produkt zu bilden, wäre dies für die
Grundlagenforschung und die industrielle Anwendung von besonderem
Interesse: Derartige Oxidationsprodukte sind wichtige Zwischenstufen
auf dem Weg vom Erdöl beziehungsweise nachwachsenden Rohstoffen (wie
beispielsweise Zucker) zu höher veredelten Feinchemikalien,
Farbstoffen, Polymerbausteinen und pharmazeutischen Wirkstoffen.
Dieses ehrgeizige und langfristige Ziel haben sich Chemiker,
Verfahrenstechniker, Mikrobiologen, Physiologen und Biotechnologen der
Universitäten Stuttgart und Hohenheim gestellt. Insgesamt 22
Arbeitsgruppen aus elf Instituten sind beteiligt. Sprecherhochschule
ist die Universität Stuttgart.
Die umfassende Erforschung der Nutzbarmachung von Sauerstoff durch
Katalyse steht im Mittelpunkt des neuen Sonderforschungsbereiches
(SFB) "Katalytische Selektivoxidationen von C-H-Bindungen mit
molekularem Sauerstoff" unter Leitung der Professorin Sabine Laschat
vom Institut für Organische Chemie der Universität Stuttgart. Der neue
SFB wurde von der Deutschen Forschungsgemeinschaft vor wenigen Tagen
bewilligt und wird ab Januar 2006 für einen Zeitraum von zunächst vier
Jahren mit 7,7 Millionen Euro gefördert. Unter Katalyse verstehen die
Naturwissenschaftler die Durchführung einer chemischen Reaktion, bei
der ein zusätzlicher Stoff, der so genannte Katalysator, den Prozess
maßgeblich beschleunigt, ohne dabei verbraucht zu werden. Die Forscher
setzen dabei ihre Hoffnung auf Feststoffkatalysatoren, wie sie zum
Beispiel aus Autoabgaskatalysa-toren bekannt sind, edelmetallhaltige
lösliche Katalysatoren sowie Enzyme und Mikroorganismen als
Biokatalysatoren. Mit Hilfe von maßgeschneiderten Katalysatorsystemen
sowie neuen spektroskopischen und theoretischen Methoden soll
innerhalb der gesamten Laufzeit des SFB von zwölf Jahren ein
molekulares Bild der Katalyse entwickelt werden. Die Stuttgarter und
Hohenheimer Forscher sind sich darin einig, dass die interdisziplinäre
Vorgehensweise und die sehr guten Arbeitsmöglichkeiten an den beiden
Universitäten maßgeblich zu ihrem Erfolg in dem äußerst kompetitiven
Begutachtungsverfahren beigetragen haben. Als Anerkennung der
bisherigen Forschungsleistungen und als deutliche Stärkung des
Forschungsstandorts Stuttgart wertet der Stuttgarter Uni-Rektor Prof.
Dieter Fritsch den neuen Sonderforschungsbereich.
Neben dem neu bewilligten SFB sind an der Universität Stuttgart zur
Zeit sieben weitere SFBs, ein weiterer transregionaler SFB mit den
Universitäten Tübingen und Ulm angesiedelt sowie vier
Transferbereiche, die der Überführung der in SFBs erzielten Ergebnisse
in die Praxis dienen.
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