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Das unterstreicht das Bundesministerium für Bildung
und Forschung (BMBF) mit seiner Förderung eines Projekts der FH
München und des Unternehmens Plasma Parylene Coating Services (PPCS)
durch das FH3-Programm. Das in diesem Projekt zu untersuchende Parylen
soll als Beschichtungsmaterial für Stents oder Spiralen und
Operationsnadeln Verwendung finden. Stents (metallische, zylindrische
Hohlkörper) und Spiralen werden eingesetzt, um z. B. nach einer
Thrombose geschwächtes Adergewebe zu stabilisieren. Dazu muss der
Körper an die richtige Stelle geschoben werden, wobei möglichst wenig
Reibung entstehen darf. Das wird mit einer Parylenbeschichtung
erreicht. Der Schubdraht wird anschließend an einer Sollbruchstelle
durch einen Stromstoß erhitzt und auf diese Weise vom Stent getrennt.
Operationsnadeln für die Gehirnchirurgie dienen unter anderem zur
Hitzeverödung von Tumoren. Dazu wird die Nadel bis knapp vor ihre
Spitze mit hochisolierendem Parylen beschichtet, dann wird ein
Stromstoß ausgelöst, der zu einem Hitzeschock führt.
Die Anforderungen insbesondere im medizinischen
Bereich werden dabei immer höher. Die diesem Projekt zugrundeliegende
Herausforderung ist eine Erhöhung der Durchschlagsfestigkeit, um das
gleiche Isolationsverhalten bei geringerer Filmdicke zu erzielen, was
insbesondere für die Erhöhung der Präzision in der Gehirnchirurgie von
Bedeutung ist. Aber auch im Halbleiterbereich werden Verbesserungen
für Dielektrika möglich.
Dazu soll das von der Firma PPCS in Rosenheim
entwickelte Verfahren der chemischen Dampfabscheidung durch
Entwicklung eines plasmaunterstützten, reaktiven Abscheideverfahren
während des vom BMBF geförderten, zwei Jahre dauernden Projekts
erweitert und möglicherweise ersetzt werden. Die Abscheidebedingungen
werden variiert und mittels Plasmadiagnostik genau kontrolliert. Das
Team besteht aus zwei Studenten, die ihre Abschlussarbeiten im Rahmen
des Masterstudiums der Mikro- und Nanotechnik durchführen, einem
Diplomingenieur sowie mehreren fortgeschrittenen Studenten, die hier
ihre Semesterarbeit absolvieren. Geleitet wird das Projekt von den
Professoren Stefan Sotier, dessen Domäne die Oberflächentechnologie
und Vakuumphysik ist, und Gerhard Franz, der seinen
Forschungsschwerpunkt in der Physik der Niedertemperaturplasmen hat.
Da für den medizinischen Bereich die Anforderungen
sehr hoch sind, sind als Spin-off dieser Prozess-/Produktentwicklung
Ergebnisse im "Low-tech"-Bereich denkbar und wahrscheinlich: z. B. zur
Verwendung als fettabweisende Beschichtung im Bereich der
Textilfasertechnologie, der Papierveredelung oder von
Gebrauchsgegenständen. |