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Die Studie "Analyse der Kosten und Nutzen der neuen
Chemikalienpolitik" - erstellt im Auftrag des Bundesumweltministeriums
und des UBA vom Fraunhofer Institut für Systemtechnik und
Innovationsforschung (ISI) und dem Institut für Ökologie und Politik (Ökopol)
- hat deutlich gemacht, welche Faktoren nach der neuen Registrierung,
Bewertung und Zulassung von Chemikalien (REACH) kostenbestimmend sind
und wie man das Regelwerk effizient gestalten kann.
Unter anderem beeinflussen die Regeln zur
Anerkennung vorhandener Daten - einschließlich der Analogieschlüsse,
die aus ähnlichen Chemikalien und aus Struktur-Wirkungs-Beziehungen
gezogen werden können - die Kosten. Das heißt: Unternehmen, die
bereits heute gut über die Gesundheits- und Umwelteigenschaften ihres
Chemikalien-Angebots informiert sind, haben in Zukunft Vorteile. Wo
dies nicht der Fall ist, wird durch REACH der Kenntnisstand über
Stoffe verbessert, um den Schutz der Menschen und der Umwelt vor
gefährlichen Chemikalien zu gewährleisten.
Gegenwärtig gibt es einen Wettbewerbsvorteil für
Stoffe, deren Gefahrenpotential nicht zu beurteilen ist, da keine
ausreichenden Daten zur Verfügung stehen. Diese Stoffe lassen sich zu
niedrigeren Preisen anbieten, da Kosten für die Datenbeschaffung nicht
angefallen sind. In Zukunft werden die Anwender und Verarbeiter von
Stoffen durch REACH in der Lage sein, eine Auswahl zu treffen, welche
Stoffe das geringste Gefährdungspotenzial aufweisen. Damit wird
endlich Transparenz zwischen Herstellern, Zulieferern und deren Kunden
geschaffen.
Es ist unbestritten, dass die Unternehmen stärker
als bisher neue stoffliche und technische Möglichkeiten entwickeln
müssen. Dies wird auch mit einer Veränderung der Stoffpaletten
verbunden sein. Die veränderten Randbedingungen sind eine Chance für
zukunftsorientierte, innovative Unternehmen. So bieten Entwicklungen,
die alte Chemikalien durch neue ersetzen, ebenso Chancen auf dem
Markt, wie neuartige Anwendungstechniken, die den Chemikalienverbrauch
verringern oder sogar vollständig vermeiden. Dass die Unternehmen zu
solchen Leistungen in der Lage sind, haben sie in der Vergangenheit
bei notwendigen Anpassungen immer wieder gezeigt. Beispiele sind der
Ersatz oder Austausch der polychlorierten Biphenyle (PCB), der
kurzkettigen chlorierten Paraffine oder anderer langlebiger und sich
in der Nahrungskette anreichernden Chemikalien: So gelang es etwa,
PCB-haltige Flammschutzmittel in Transformatoren und elektrischen
Geräten durch weniger gesundheits- und umweltbelastende Stoffe zu
ersetzen.
Die neue Chemikalienpolitik hat somit auch
Potenzial, die europäischen und deutschen Unternehmen zu stärken und -
auf dem zunehmend sensiblen Weltmarkt - wettbewerbsfähiger zu machen.
"Statt reflexartig nur schwarz zu sehen, sollten wir die Chancen
wahrnehmen, welche die neue Chemikalienpolitik eröffnet. Ist REACH in
Europa erst einmal etabliert, wird dies auch weltweit ein Startsignal
in eine Zukunft mit geringeren Risiken durch Chemikalien - für eine
sichere Zukunft für Mensch, Umwelt und Unternehmen", sagte der
Präsident des Umweltbundesamtes, Prof. Dr. Andreas Troge. |