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Werden die Ergebnisse von Wissenschaftlern sehr oft
in den Veröffentlichungen anderer Forscher zitiert, dann ist das ein
Gradmesser für die Qualität und hohe wissenschaftliche Bedeutung der
Arbeit. Das sehr gute Abschneiden der Würzburger Forscher ist
ersichtlich aus den Publikations- und Zitations-Datenbanken SCI und
SSCI des "Institute for Scientific Information". Dort wurden für die
Auswahl der häufig zitierten Forscher 19 Millionen Artikel von etwa
fünf Millionen Autoren analysiert.
Mit gleich vier oft zitierten Forschern zählt der
Würzburger Lehrstuhl für Botanik I "Molekulare Pflanzenphysiologie und
Biophysik", auf den Professor Hedrich 1996 als Nachfolger von
Professor Heber berufen wurde, zu den erfolgreichsten
pflanzenwissenschaftlichen Forschungseinrichtungen weltweit. Das kommt
nicht von ungefähr. Hedrich entdeckte 1984 im Labor von Erwin Neher,
der 1991 den Nobelpreis für Medizin und Physiologie erhielt, die
pflanzlichen Ionenkanäle. Diese Eiweißmoleküle steuern neben Wachstum
und Entwicklung der Pflanze auch deren Anpassung an die ständig
wechselnden Umweltbedingungen. Mit ihrer Hilfe können Pflanzen sehen,
die Erdschwerkraft wahrnehmen und sich bewegen. Für seine
bahnbrechenden Entdeckungen bekam Hedrich mehrere Auszeichnungen,
zuletzt 2001 gemeinsam mit vier anderen Forschern den renommierten
Körber-Preis für die Europäische Wissenschaft.
Dem erfolgreichen Team um den Biophysiker Hedrich,
den Physiologen Heber, den Stoffwechselexperten Kaiser und den
Photobiologen Schreiber habe die Uni Würzburg am Biozentrum beste
Ausgangsvoraussetzungen geboten, so Hedrich. Dieses phantastische
wissenschaftliche Umfeld sei der Grund dafür, dass die Würzburger
Biologie in der deutschen Hochschullandschaft einen Spitzenplatz
einnimmt.
Auch vier Chemiker von der Uni Würzburg belegen
hinsichtlich der Zitationshäufigkeit Spitzenpositionen: Helmut Werner,
früherer Lehrstuhlinhaber für Anorganische Chemie, promovierte bei
Ernst Otto Fischer, der 1973 den Nobelpreis für Chemie erhielt, und
kam 1975 nach Würzburg. Er war lange Jahre Sprecher des
Sonderforschungsbereichs (SFB) 347, der in der Würzburger Chemie eine
zentrale Rolle spielte und zu vielen Publikationen in international
renommierten Zeitschriften führte.
Ab 1980 wirkte Waldemar Adam als Lehrstuhlinhaber
in der Organischen Chemie an der Uni Würzburg. Seine regen
Forschungsaktivitäten sind in über 900 Publikationen dokumentiert und
wurden mit vielen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet. Unter anderem
befasste er sich mit Oxidationschemie, Photo- und Laserchemie sowie
Chemilumineszenz.
Über Karlsruhe und München kam Peter Schreier,
Inhaber des Lehrstuhls für Lebensmittelchemie, nach Würzburg. Hier hat
er ein Zentrum für analytische Naturstoffchemie geschaffen, an dem
nahezu alle Facetten der modernen Lebensmittel- und Naturstoffanalytik
bearbeitet werden können. Schreiers Pionierleistungen sind in mehreren
hundert Publikationen nachzulesen.
Peter Riederer, Professor für Klinische Neurochemie
in der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie, startete seine
Forscherkarriere beim "Parkinsonpapst" Walther Birkmayer in Wien und
war bereits dort Autor und Mitautor häufig zitierter Artikel, zum
Beispiel über die L-Dopa-Therapie bei Parkinson (1975). Die meisten
Publikationen und häufig zitierten Arbeiten stammen aus seiner
Würzburger Zeit ab 1986. Zurzeit gilt Riederers Forschungsinteresse
der Neurodegeneration und der Schizophrenie.
Acht sehr oft zitierte Forscher - das ist ein
hervorragendes Ergebnis für die Uni Würzburg. Zwei Drittel der häufig
zitierten Forscher stammen aus den USA. Für 1981 bis 1999 erhalten nur
170 Forscher aus Deutschland (Stand: Februar 2004) dieses Prädikat. 80
davon kommen aus nicht-universitären Forschungseinrichtungen, davon
allein 48 aus Max-Planck-Instituten. Aus Universitäten stammen 90 und
davon sind acht aus Würzburg.
Damit belegt Würzburg Platz 2 unter den deutschen
Universitäten. Platz 1 hält die Technische Uni (TU) München mit zehn
oft zitierten Forschern. Auf den Plätzen 3, 4 und 5 folgen die
Universitäten Heidelberg (6), Hamburg (5) und Göttingen (4). |