|
|
Viel versprechender
Alzheimer-Wirkstoff |
|
|
|
In-vitro-Tests mit mehreren Wirkstoffen aus der
Substanzgruppe der Acylaminopyrazole haben sich als äußerst
erfolgversprechend erwiesen. Der Wirkstoffe hindern bestimmte bei der
Alzheimer-Krankheit abnormal veränderten Eiweiße im Gehirn an der
Verklumpung und schützen Nervenzellen vor dem Absterben. Nun sind
in-vivo-Tests an Mäusen geplant. |
|
|
|
Mehrere Wirkstoffe aus der Substanzgruppe der
Acylaminopyrazole haben sich während der in vitro-Testphase an
lebenden Nervenzellen als äußerst viel versprechend für die Bekämpfung
der Alzheimer-Krankheit erwiesen und sollen nun in vivo an
genveränderten Mäusen getestet werden. Entwickelt wurde die
Substanzgruppe von einer Arbeitsgruppe um Thomas Schrader, Professor
am Fachbereich Chemie der Philipps-Universität Marburg, und Detlev
Riesner, Professor am Institut für Physikalische Biologie der
Universität Düsseldorf. Bereits im Jahr 2002 wurde sie von der
TransMIT GmbH - der Gesellschaft für Technologietransfer der
Philipps-Universität Marburg, der Justus-Liebig-Universität Gießen und
der Fachhochschule Gießen-Friedberg - zum Patent angemeldet. Die
Untersuchungen fanden in Kooperation mit der im österreichischen Graz
ansässigen JSW-Research Forschungslabor GmbH statt.
Die ersten in-vitro-Tests an Zellkulturen haben
gezeigt, dass einige der untersuchten Wirkstoffe die für Alzheimer
typische Verklumpung von Eiweißen verhindern. Ebenso erwies sich, dass
sie Nervenzellen im Gehirn (Neuronen) vor der toxischen Wirkung von
bereits abnormal veränderten Eiweißen schützen und selbst in geringen
Dosen nicht toxisch wirken. Nach diesen Untersuchungen steht nun auch
fest, welche Substanzen bei der von Frühsommer bis Oktober 2004
vorgesehenen in-vivo-Testreihe zum Einsatz kommen. Die Testreihe wird
an genveränderten "Alzheimer"-Mäusen erfolgen. Falls sich die
positiven Befunde wie erwartet im Tiermodell reproduzieren lassen,
gehen die Kooperationspartner davon aus, möglicherweise schon in
einigen Jahren ein wirksames Medikament zur Behandlung und Heilung von
Alzheimer-Erkrankungen vorlegen zu können.
Der Wirkmechanismus wird von einem künstlichen, am
Computer maßgeschneiderten Molekül ausgelöst. Es hindert abnormal
veränderte Eiweiße - wie sie im Falle von Alzheimer- sowie
Creutzfeld-Jacob-Erkrankungen sowie bei BSE auftreten - an der
Verklumpung und beugt so einem Absterben der Neuronen vor. Solche
Eiweißmoleküle bilden bei Erkrankung ihre ursprünglich vorwiegend
helix-, also schraubenförmige Struktur in eine so genannte
Beta-Faltblatt-Struktur um, die aufgrund ihrer klebrigen Oberfläche
zur Bildung von Ablagerungen im Gehirn führt, den so genannten
"Plaques". Werden die Eiweißmoleküle nicht schnell genug abgebaut oder
ausgeschieden, beeinträchtigen sie die Sauerstoffversorgung und damit
die Funktion der Nervenzellen so stark, dass diese absterben. Die
neuen Wirkstoffe verhindern die Verklumpung, indem sie sich wie Kappen
auf die klebrigen Regionen legen. Die solchermaßen unschädlich
gemachten Eiweißmoleküle werden anschließend über körpereigene
Mechanismen abgebaut.
Die Zahl der in Deutschland mittelschwer und schwer
Demenzerkrankten liegt bei gut einer Million und soll bis 2050 auf
etwa zwei Millionen ansteigen. In Europa leiden rund drei Prozent der
über 60-jährigen an Alzheimer. |
|
05. Mai 2004 |
|
Quellen und weitere Informationen: |
 |
|
|
TransMIT GmbH: Die TransMIT wurde im Jahr 1996 als Gesellschaft der
mittelhessischen Hochschulen, Volksbanken und Sparkassen sowie der IHK
Gießen-Friedberg gegründet. Sie erschließt und vermarktet im Schnittfeld
von Wissenschaft und Wirtschaft professionell die Potenziale von
Hochschulen. Der Geschäftsbereich Patente, Innovations- und
Gründerberatung widmet sich der Bewertung, dem Schutz und der Umsetzung
von nationalen und internationalen Innovations- und Wachstumsvorhaben. Das
Geschäftssegment Kommunikationsdienste und -netze bietet die komplette
Internet-Servicepalette vom einfachen Netzzugang über Web-Design,
Datenbankanbindungen, Online-Shopping-Systeme, Lernen im Netz bis hin zu
virtuellen Events. Die TransMIT-Akademie führt
Weiterbildungsveranstaltungen zu neuen Technologien und Entwicklungen
durch und die 52 TransMIT-Zentren vermarkten innovative Technologien und
Dienstleistungen der mittelhessischen Hochschulen in den Bereichen Life
Sciences, Technik, Kommunikation/Medien/Literatur,
Unternehmensführung/Management, Informations- und Kommunikationstechnik. |
|
Zu den Kunden der TransMIT zählen namhafte Unternehmen
aus den Branchen Pharma/Medizin, Biotechnologie, Chemie, Automobil,
Anlagen- und Maschinenbau, Elektrotechnik, Optik, Informationstechnologie,
Neue Medien, Telekommunikation sowie Handel und Dienstleistung.
Referenzprojekte sind unter anderem das Mathematikmuseum zum Anfassen, die
H-IP-O (Hessische Intellectual Property Offensive), die Aktionslinie
hessen-teleworking, die Aktionslinie hessen-biotech! sowie das
Wissenschaftsportal der European Polymer Federation (EPF). |
|
JSW-Research Forschungslabor GmbH: Im Jahr 1999 von Dr. Manfred
Windisch gegründet, ist die Grazer Gesellschaft auf die Durchführung von
experimentellen und klinischen Studien für neue Arzneimittel im Bereich
neurodegenerativer Erkrankungen spezialisiert und verfügt über
international anerkannte Expertise im Bereich transgener
Krankheitsmodelle. In Zusammenarbeit mit dem Marburger Forscherteam wurden
bislang die Neurotoxizität, d.h. die Giftwirkung der Acylaminopyrazole auf
Gehirnzellen, und die Neuroprotektivität, d.h. die Schutzwirkung dieser
Substanzen auf die Gehirnzellen, an Zellkulturen untersucht. Nach
erfolgreichem Ablauf der in-vitro-Tests werden nun in-vivo-Tests mit
transgenen Mäusen folgen. |
|
-
Philipps-Universität Marburg |
|
|
Thematische Verweise: |
|
- |
|
|
-
Weitere News |
|
-
Pressemitteilungen und Produktneuheiten publizieren |

© 2004 ChemLin, aktualisiert am
30 April 2011
|
|



|