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Nicht einmal erbsengroß ist die Probe, in der die
Wissenschaftler ganz spezielle Bakterien zu finden hoffen: die
Bakterien, die den Stickstoff aus der Luft aufnehmen und die es
möglich machen sollen, künftig auch ohne Stickstoffdünger gute
Reisernten zu bringen. Dazu müssen die Forscher bestimmte
Erbguteigenschaften der Bakterien nachweisen. Unzählige Untersuchungen
sind dafür erforderlich. Die Biologen haben dafür ein
Untersuchungssystem, das die parallele Analyse von mehreren tausend
Einzelnachweisen erlaubt, die so genannten "Microarrays". Hier gibt es
verschiedene Formen: Die "Genchips" oder "Biochips" können - wie ein
Computerchip - viele Informationen auf kleinstem Raum enthalten. Das
Verfahren ermöglicht es, gleichzeitig bis zu 60.000 kleine Tropfen
oder auch "Spots" auf einem Glasobjektträger zu analysieren. Die
Bremer Forscher brauchen für ihre Untersuchungen nur 200 dieser Spots
auf die 2,5 mal 7,5 cm kleine Glasplatte aufzutragen.
Bei den Microarray-Analysen werden unter anderem
fluoreszierende Farbstoffe eingesetzt. Unter ultraviolettem Licht
lassen sich dann die Ergebnisse bewerten: Wird das gesuchte Erbgut auf
dem Objektträger gefunden, leuchten die entsprechenden Flecken - das
aber leider aus bislang unerklärlichen Gründen unterschiedlich stark.
So ist das Leuchten nicht immer deutlich erkennbar und seine
Intensität liefert auch keine zuverlässigen Aussagen über die Anzahl
der Bakterien. "Das hat verschiedene Ursachen", sagt Reinhold-Hurek.
Eine dieser Ursachen haben sie und ihr Team nun entdeckt und das
Analyseverfahren verbessert. Jetzt leuchtet jeder Treffer so, dass nun
auch qualitative und quantitative Aussagen besser möglich sind. "Wir
können jetzt sensitiver messen und zuverlässiger nachweisen", sagt
Reinhold-Hurek. "Da bleiben zwar noch viele unbekannte Faktoren, aber
nun sind wir einen guten Schritt weiter." "POL-effect" haben die
Wissenschaftler ihre Idee genannt, die sie nun der Wissenschaft und
der Wirtschaft zur Verfügung stellen.
Damit die Uni-Biologen sich wieder ganz ihrer
Reisforschung widmen können, kümmern sich die innoWi-Experten nun um
den wirtschaftlichen Aspekt der Idee. Sie bescheinigen ihr gute
Chancen am Markt und rechnen mit einer baldigen Resonanz aus der
DNA-Chip-Industrie. Dazu innoWi-Biologin Angela Stemmler: "Diese
Entwicklung ist interessant für Hersteller von Microarrays in aller
Welt. Immerhin sind die Unternehmen ja daran interessiert, ihre
Produkte stetig zu optimieren. Die Bremer Wissenschaftler liefern hier
einen wertvollen Impuls." |