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Jedermann hat schon beobachtet, dass die Sonne die
Erde erwärmt. Neuste Laborstudien weisen nach, dass Sonnenlicht die
Erdoberfläche auch zur Reaktion mit Luftschadstoffen anregen kann.
Hierzu lässt man Stickoxide über beleuchtete Erde oder über
Abbauprodukte von pflanzlichem Material, so genannte Huminstoffe,
strömen. Das Resultat: An der Oberfläche dieser durch Licht
aktivierten Materialien wird Stickstoffdioxid (NO2), ein
giftiges Abgas aus Verbrennungsmotoren, schnell umgewandelt.
Die Umwandlung von NO2 hat einen grossen
Einfluss auf die Chemie in der darüber liegenden Luftschicht, da dort
das beobachtete Reaktionsprodukt, salpetrige Säure (HNO2),
stark an der Bildung von reaktiven OH-Radikalen beteiligt ist. Die
OH-Radikale treiben den zentralen chemischen Mechanismus der
Atmosphäre an. Als unselektive Oxidationsmittel sind sie weitgehend
für den Abbau von Luftschad- oder Luftfremdstoffen verantwortlich und
begrenzen dadurch deren Konzentrationen in der Atmosphäre.
Sommersmog als fotochemische Luftverschmutzung
Die durch OH-Radikale ausgelösten chemischen
Reaktionen führen in dreckiger Luft bei intensivem Sonnenschein auch
zur Bildung von sekundären Luftschadstoffen wie Ozon und Feinstaub.
Diese fotochemische Luftverschmutzung nennt man allgemein Sommersmog.
Er ist die Ursache für das in der Schweiz häufig beobachtete
Überschreiten der Grenzwerte für Ozon und Feinstaub. Mit den jüngsten
Experimenten, so hoffen die beteiligten Forscher aus Deutschland,
Frankreich und der Schweiz, soll die Chemie des Sommersmogs besser
verstanden werden. |