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Formgedächtniskunststoffe sind in der Lage, ihre
ursprüngliche Gestalt nach zwischenzeitlicher Verformung wieder
anzunehmen. Anregen lässt sich dieses Erinnerungsvermögen durch einen
äußeren Reiz, beispielsweise durch eine Erhöhung der
Umgebungstemperatur. Mit Hilfe der neuartigen magnetisch steuerbaren
Technologie ist es GKSS-Wissenschaftlern des Instituts für
Polymerforschung in Teltow gemeinsam mit Forschern des Deutschen
Kunststoff-Instituts in Darmstadt erstmals gelungen, die
Formveränderung berührungslos auszulösen. Das Funktionsprinzip basiert
auf der Einarbeitung von fein verteilten magnetischen Nanoteilchen aus
Eisenoxid in den Kunststoff, welche die Energie eines magnetischen
Feldes in Wärme umwandeln. Über den Anteil an Nanoteilchen und die
Stärke des Magnetfeldes kann eine gewünschte Temperatur gezielt
eingestellt werden. Die Wissenschaftler aus Teltow und Darmstadt sehen
vor allem Anwendungsmöglichkeiten in der Medizintechnik. So ließen
sich Katheter entwickeln, die gezielt fernsteuerbar sind.
"Diese Katheter könnten Organe oder Gefäße spülen,
füllen oder dessen Inhalte ableiten, ohne dass bei jeder gewünschten
Veränderung ein aufwendiger oder schmerzhafter Eingriff für den
Patienten nötig wäre", beschreibt Professor Andreas Lendlein, Leiter
des Instituts für Polymerforschung der GKSS in Teltow, seine Visionen.
Die GKSS-Forschungszentrum Geesthacht GmbH mit den
Standorten Geesthacht in Schleswig-Holstein und Teltow bei Berlin in
Brandenburg ist Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher
Forschungszentren e.V. 750 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter engagieren
sich in Zusammenarbeit mit Hochschulen und Industrie für Wissenschaft
und Entwicklung in den Bereichen Küstenforschung, Funktionale
Werkstoffsysteme, Regenerative Medizin sowie der Strukturforschung mit
Neutronen und Photonen.
Das Deutsche Kunststoff-Institut ist ein privater
Forschungs- und Entwicklungsdienstleister an der Technischen
Universität Darmstadt. Der Träger des Instituts ist die
Forschungsgesellschaft Kunststoffe e. V. in Darmstadt. Die 120
Mitarbeiter des Instituts engagieren sich in Zusammenarbeit mit
Hochschulen und Industrie in grundlagen- und anwendungsorientierten
Projekten aus den Bereichen Synthese und chemische Analyse von
Polymeren, technologische sowie physikalische Charakterisierung und
Verarbeitung von Kunststoffen. |