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Mexiko-Stadt liegt in einem Kessel auf über 2000m Höhe und
ist von über 5000m hohen Vulkanen umgeben. Das Foto zeigt eine
typische Inversionswetterlage, die dafür sorgt, dass sich die
schadstoffreiche Luft sich am Boden. Die Metropole galt wegen der
hohen Schwefeldioxid- und Kohlenmonoxid-Konzentrationen lange als
schmutzigste Stadt der Welt.
Foto: Julio Etchard

Eine kleine Windhose in Mexiko-Stadt. Durch die Lage in
einem Hochtal ist die Luft hier extrem trocken und staubig.
Foto: Ulrich Franck/UFZ
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Wer sich Mexiko-City per Flugzeug nähert sieht
zunächst nichts von der Stadt. Die Großstadt liegt wie fast immer
unter einer dichten Dunstwolke. Über 18 Millionen Menschen müssen
täglich diese Luft einatmen. Mexiko-City galt lange Zeit wegen der
hohen Schwefeldioxid- und Kohlenmonoxid-Konzentrationen als
schmutzigste Stadt der Welt. Der Großraum erstreckt sich auf einer
bebauten Fläche von über 1500 Quadratkilometern. Das entspricht etwa
der doppelten Größe des Stadtstaates Hamburg - aber mit zehnmal mehr
Einwohnern. Die Metropolenregion Mexiko-City rangiert auf der Liste
der größten Ballungsräume der Welt an zweiter Stelle nach
Tokio-Yokohama, das inzwischen über 34 Millionen Einwohner hat.
Momentan lebt die Hälfte der Weltbevölkerung in solchen
Ballungsräumen. Tendenz steigend.
Nicht nur die Zahlen sind gigantisch - auch die Probleme sind es.
Neben sozialen und organisatorischen Fragen sind es vor allem
Gesundheitsprobleme wie Atemwegserkrankungen und Allergien,
möglicherweise mitbedingt durch die starke Luftverschmutzung. Die
UFZ-Forscher werden deshalb an drei Standorten gemeinsam mit
mexikanischen Kollegen und weiteren internationalen Partnern
vorwiegend flüchtige organische Verbindungen (VOCs) und Feinstaub
messen. Darin eingeschlossen sind auch so genannte ultrafeine Partikel
mit Durchmessern kleiner als ein zehntausendstel Millimeter. Dazu
nehmen sie mobile Messgeräte mit einem Gesamtgewicht von über 100
Kilogramm mit. Gemessen wird sowohl außerhalb als auch innerhalb der
Gebäude, um bestimmen zu können, welche Konzentrationen die Menschen
in Mexiko-City tatsächlich ausgesetzt sind. "Anhand gemeinsam mit
Kollegen der größten Universität Mexikos durchgeführter
umweltepidemiologischer Untersuchungen an Schulkindern sollen dann die
gesundheitlichen Folgen der Luftbelastungen erfasst werden",
beschreibt Prof. Olf Herbarth vom UFZ das Ziel der Studie. Am
Umweltforschungszentrum Leipzig-Halle sind in den vergangenen Jahren
eine Reihe vergleichbarer Studien durchgeführt worden.
Die Vor-Ort-Messungen der Leipziger Forscher sind nur ein kleiner Teil
einer großen Messkampagne, bei der auch sechs Spezialflugzeuge vom
US-Zentrum für Atmosphärenforschung, dem US-Energieministerium und der
National Aeronautics und Space Administration (NASA) eingesetzt
werden. Zusätzlich wird die Atmosphäre aus dem Weltraum mit neun
Satelliten überwacht. Die Messkampagne wird insgesamt 15 Millionen
US-Dollar kosten, die durch Stiftungen und Ministerien aus den USA und
Mexiko aufgebracht werden. Mit ersten Ergebnissen wird in einem Jahr
gerechnet. Ab März 2008 sollen alle Daten im Internet öffentlich
verfügbar sein.
Vor drei Jahren hatten US-Forscher schon einmal umfangreiche
Luftmessungen in Mexiko-City durchgeführt. Durch die Messungen jetzt
hoffen sie auf neue Erkenntnisse, was sich inzwischen verändert hat
und welche globalen Trends sich durch das Wachsen der Megastädte
abzeichnen. "Die chemische Zusammensetzung der Atmosphäre unseres
Planten ändert sich. Diese Kampagne soll die Komponenten messen, um zu
verstehen, wie die Verschmutzung von solchen Megacitys zu diesem
Wandel beiträgt und welchen Einfluss sie auf den globalen Klimawandel
haben", erklärt Chemie-Nobelpreisträger Prof. Mario Molina, der für
das wissenschaftliche Konzept des Großprojektes verantwortlich ist.
Der in Mexiko-City geborene Wissenschaftler erhielt 1995 den
Chemie-Nobelpreis für seine Studien zum Einfluss von
Fluorchlorkohlenwasserstoffen (FCKW) auf den Abbau der Ozonschicht.
Auch wenn Mexiko-City über 12 Flugstunden entfernt ist - die globalen
Auswirkungen reichen bis nach Deutschland.
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