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Lernen, wie man mit Spucke einen DNA-Test macht? In
einer Apotheke für kranke Bienen stöbern? Oder mal im Internet durch
das Genom-Projekt surfen? All das können Schüler künftig an der Uni
Würzburg tun. Die Forscher vom Biozentrum bauen nämlich ihre Kontakte
zu Gymnasien weiter aus. Ihre Ideen für ein Schul-Universitäts-Netz in
Sachen Biologie sind so gut, dass die Robert-Bosch-Stiftung
(Stuttgart) das Projekt nun als Partner begleitet.
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Das Logo des Projekts "Bio-logisch!" |
Außerdem mit im Boot sind schon jetzt Gymnasien aus
Würzburg, Bad Mergentheim, Möckmühl, Kitzingen und Hösbach. "Wir sind
aber keine geschlossene Gesellschaft", betont der Zellbiologe Peter
Seibel. Weitere Partnerschulen seien im Projekt "Bio-logisch!"
jederzeit willkommen.
"Wir wollen bei den Schülern Begeisterung für
Biologie und Naturwissenschaften wecken und dazu beitragen, dass sie
ihr theoretisches Wissen in der Praxis anwenden können", begründet
Seibel die Initiative des Biozentrums. Beispiel: Die Vererbungslehre
im Unterricht ist zwar wichtig, aber sie macht nicht anschaulich, wie
ein Forscher im Labor aus einer Speichelprobe die Chromosomen gewinnt
und dann beurteilt, wie hoch das Risiko für eine Erbkrankheit ist.
Solche und andere Experimente können Schüler und
Lehrer bei Projekttagen direkt in den Forschungslabors des Biozentrums
durchführen. Die Würzburger Wissenschaftler haben außerdem Materialien
für den praktischen Biologieunterricht entwickelt, die sie an die
Schulen ausleihen - zum Beispiel einen "Molekularbiologie-Koffer". Mit
diesem "fliegenden Labor" im Kleinformat kann die DNA aus einer
Speichelprobe isoliert, vervielfältigt und sichtbar gemacht werden -
ganz so, als wolle man einen Straftäter anhand seines genetischen
Fingerabdrucks überführen.
Für die Schulen gibt es auch die Möglichkeit, an
der Uni Großgeräte wie Massenspektrometer oder Gaschromatographen zu
nutzen. "Dadurch können die Lehrer in ihrem Unterricht ganz moderne
Experimente angehen und die aufwändigen Analysen bei uns durchführen",
sagt Seibel. Umgekehrt kommen die Würzburger Wissenschaftler auf
Wunsch auch in die Schulen, um dort mit Rat und Tat bei Experimenten
zur Seite zu stehen oder über ihre Arbeit zu berichten.
Kontakte zu Schulen pflegen die Forscher vom
Biozentrum nicht erst seit gestern. Die Humangenetik zum Beispiel
tritt seit über 15 Jahren als Gastgeber für Klassen auf und beteiligt
sich regelmäßig an Lehrerfortbildungen. Auch der Lehrstuhl für Zell-
und Entwicklungsbiologie öffnet seine Türen schon seit Jahren für
Schüler. All diese Einzelinitiativen wurden nun in das umfassende
Projekt "Bio-logisch!" integriert, das fünf Professoren vom Biozentrum
seit Sommer 2002 ausgetüftelt haben. Die Uni Erlangen bietet zudem
einen Kurs in Virologie an.
Die Robert-Bosch-Stiftung stellt für dieses Projekt
78.000 Euro aus ihrem Programm "NaT-Working" zur Verfügung. Damit will
sie dazu beitragen, naturwissenschaftliche und technische Kenntnisse
besser in der Gesellschaft zu verankern und baut dabei auf persönliche
Kontakte zwischen Schülern, Lehrern und engagierten Forschern - "denn
begeisterte Wissenschaftler können den Funken überspringen lassen", so
Ingrid Wünning, Leiterin des Bereichs "Wissenschaft in der
Gesellschaft" bei der Robert-Bosch-Stiftung. Im Rahmen von NaT-Working
hat die Stiftung seit 2000 vier Millionen Euro für
Kooperationsprojekte zwischen Forschungseinrichtungen und Schulen zur
Verfügung gestellt. Zurzeit besteht das Programm aus 57 Projekten, 16
davon befassen sich mit Biologie. Weitere Informationen unter
www.nat-working.de. |