|
Experten unterschiedlicher deutscher
Forschungseinrichtungen stellen ihre Arbeiten vor und diskutieren über
neue Perspektiven für die Chemie und Biotechnologie, wenn
Umweltaspekte ganz gezielt in den Mittelpunkt gestellt werden.
Seit etwa 10 Jahren wird im englischen Sprachraum
der Begriff "green chemistry" als Synonym für eine umweltfreundliche
Chemie benutzt.
Von "Grüner Chemie" wird im Allgemeinen dann
gesprochen, wenn unterschiedliche Technologien angewendet werden, bei
denen entweder weniger gefährliche Substanzen gebraucht oder
hergestellt oder diese vollständig eliminiert werden. Das trifft für
die Synthese neuer Verbindungen ebenso zu wie auf die Herstellung oder
Anwendung von bekannten chemischen Produkten.
Eine Möglichkeit, Chemie umweltfreundlicher zu machen, besteht
beispielsweise darin, "biologische Schritte" in eine chemische
Synthese oder einen chemischen Prozess einzubauen. Aufwändige
chemische Synthesen können so auf wenige Syntheseschritte reduziert,
lästige Nebenprodukte können vermieden werden. Dazu muss man sowohl
die Vorteile als auch die Leistungsgrenzen biologischer Systeme
kennen.
Die Biotechnologen des UFZ forschen beispielsweise
daran, wie Oxo- oder Hydroxycarbonsäuren optimal biotechnologisch aus
nachwachsenden Rohstoffen gewonnen werden. Diese biotechnologisch
hergestellten Produkte sind hervorragende Ausgangsstoffe für die
Synthese einer Vielzahl neuer organischer Verbindungen - so genannte
building blocks. Da diese Verbindungen biologisch aktiv sind, stoßen
sie auf großes Interesse in der medizinischen Forschung,
beispielsweise bei der Suche nach neuen Krebs hemmenden Mitteln. Die
UFZ-Wissenschaftler arbeiten dabei eng mit Chemikern des Institutes
für organische Chemie der Universität Leipzig zusammen. |