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Die Erforschung der grundlegenden physikalischen,
chemischen und biologischen Prozesse im Watt könnten nun in der
geplanten Weise fortgesetzt werden, sagte der Sprecher der
Forschergruppe, Prof. Dr. Jürgen Rullkötter. Das Vorhaben liegt
maßgeblich in den Händen des Instituts für Chemie und Biologie des
Meeres (ICBM) der Universität Oldenburg. Beteiligt sind auch die
Arbeitsgruppe Meeresphysik der Universität, das Max-Planck-Institut
für marine Mikrobiologie in Bremen, das Senckenberg-Institut in
Wilhelmshaven und das ebenfalls dort angesiedelte Forschungszentrum
Terramare.
Die Gutachter aus ganz Deutschland, die im November
2003 die Arbeit der Forschergruppe und ihre Ergebnisse aus den ersten
drei Jahren unter die Lupe nahmen, kamen in ihrem Urteil zu einer
einhellig positiven Bewertung. Besonders hoben sie die enge
fachübergreifende Zusammenarbeit zwischen Geochemikern, Sedimentologen,
Meeresphysikern und Mikrobiologen sowie die Bemühungen der
Forschergruppe hervor, alle Untersuchungsergebnisse für die
Entwicklung mathematischer Modelle zu nutzen, mit denen zukünftige
Entwicklungen im Watt vorausgesagt oder Prozesse in Wattgebieten
anderer Küstenzonen der Erde untersucht werden können.
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Messpfahl im Wattfahrwasser |
Fertigstellung der Messstation |
Ihre Untersuchungsdaten verdankt die Forschergruppe
vor allen Dingen dem etwa 40 Meter langen Messpfahl im Wattfahrwasser
nahe der Südwestspitze der Insel Spiekeroog, von dem die oberen 13
Meter aus dem Wasser ragen. Er stellt - so die Einschätzung der
Gutachter - ein weltweit einzigartiges Instrument für die
Wattforschung dar, da er auch bei stärksten Winterstürmen registrieren
kann, wie viel Sedimentmaterial zwischen Watt und offener Nordsee
ausgetauscht wird. Solche Messungen sind mit Schiffen oder anderen
Geräten nicht möglich. Gerade bei extremen Wetterlagen entscheidet
sich, ob das Watt als Spätfolge des Deichbaus im Mittelalter weiterhin
Schlick verliert und sich dadurch die Lebensverhältnisse der im Watt
lebenden Organismen ändern.
Die Chemiker der Forschergruppe untersuchen den
Nährstoffhaushalt im Rückseitenwatt der Insel Spiekeroog. Er wird
einerseits kontrolliert durch Zuflüsse aus der Nordsee und aus dem
Binnenland über das Siel in Neuharlingersiel. Andererseits spielt eine
Rolle, inwieweit das organische Material des abgestorbenen Planktons
und anderer Organismen von Bakterien abgebaut und wie viel in das
Sediment des Wattbodens eingelagert wird. Diese Abbauvorgänge im
Wasser, an der Oberfläche des Watts und in den tieferen
Sedimentschichten werden von den Mikrobiologen in allen Einzelheiten
untersucht. Dabei spielt die Sauerstoffversorgung eine entscheidende
Rolle. |