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Ziel der selektiven Tumortherapie ist es, neuartige
hochtoxische Wirkstoffe gezielt im Tumorgewebe zu aktivieren und so
die Tumorzellen zu zerstören. Das als Antibody Directed Enzyme Prodrug
Therapy bezeichnete Verfahren soll gesundes Gewebe schonen und die
teilweise gravierenden Nebenwirkungen bei Krebstherapien reduzieren.
Die Göttinger Wissenschaftler nutzen dafür unter anderem im Labor
synthetisierte modifizierte Analoga des natürlichen Antibiotikums
Duocarmycin. Dabei handelt es sich um das Stoffwechselprodukt eines
Bakteriums mit massiv zellabtötender Wirkung. Dem Forscherteam um
Prof. Tietze ist es gelungen, ein Analogon dieses Antibiotikums mit
einem Zuckermolekül so umzusetzen, dass die entstehende Verbindung
weitgehend untoxisch ist. Erst nach Abspaltung des Zuckers, die durch
ein Konjugat aus einem monoklonalen Antikörper und eines Enzyms an der
Oberfläche der Krebszelle erfolgt, wird aus diesem so genannten
Prodrug wieder ein Toxin, das seine Wirkung im erkrankten Gewebe
entfalten kann. Die Arbeiten wurden am Sonderforschungsbereich
"Chemische und biologische Synthese und Transformation von
Naturstoffen und Naturstoff-Analoga" in Kooperation mit
Wissenschaftlern des Bereichs Humanmedizin durchgeführt.
Die Firma Syntarga B.V. erhält mit dem
Lizenzvertrag weltweite exklusive Rechte an Wirkstoffverbindungen, die
die in Göttingen entwickelten Anti-Tumor-Substanzen enthalten. Das
Unternehmen, das als Spin-off der Radboud Universität in Nijmegen im
Jahre 2002 gegründet wurde, hat sich auf neue Pharmakotechnologien zur
gezielten Krebstherapie spezialisiert. Die MBM ScienceBridge GmbH ist
eine Technologietransfer-Einrichtung der Georgia Augusta und agiert
als Mittler zwischen Forschern, Patentanwälten und Industriepartnern.
Sie vermarktet Projekte in den Bereichen Medizintechnik,
Biotechnologie, Messtechnik, Chemie, Physik und Agrarwissenschaften. |