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Die Exzenter-Schwingmühle, die Professor Dr.
Eberhard Gock und Professor Dr. Dieter Kaufmann auf der Achema in
Frankfurt vorstellen, produziert durch die Schlagenergie beim Mahlen
punktuell so viel Wärme, dass in den zugegebenen chemischen Stoffen
Kettenreaktionen ausgelöst werden und sie sich deswegen miteinander
verbinden. "So koppeln wir komplizierte chemische Reaktionen mit dem
Mahlprozess", erklärt Jan Christoph Namyslo, Akademischer Rat am
Institut für Organische Chemie (IOC), das Prinzip. Man spare dadurch
gegenüber konventionellen chemischen Verfahren Geld und Zeit: Es sei
keine zusätzliche Energie nötig, um das Reaktionsmaterial zu erhitzen
und man brauche weniger Reaktionsschritte, da die Stoffe trocken
miteinander reagierten und nicht erst aufwendig gelöst werden müssten.
Die Exzenter-Schwingmühle wurde am Institut für
Aufbereitung und Deponietechnik (IfAD) der TU Clausthal zusammen mit
der Firma Siebtechnik GmbH entwickelt. Für ihren ursprünglichen Zweck
der Feinstmahlung von Roh- und Abfallstoffen wird sie seit mehreren
Jahren weltweit verkauft. Die Industrie- und Handelskammer (IHK)
Braunschweig hatte dem Clausthaler Aufbereitungsforscher und Leiter
des IfAD, Professor Dr. Eberhard Gock, anlässlich dieser Entwicklung
1998 für die außerordentlich erfolgreiche Kooperation mit der
Siebtechnik GmbH den Technologie-Transferpreis verliehen.
'Eierlegende Wollmilchsau' der Verfahrenstechnik
"Dass mit dieser
Hochleistungs-Zerkleinerungsmaschine Stoffe aber auch gezielt
verbunden werden können, haben wir eher durch Zufall entdeckt",
berichtet der Leiter des IfAD. Um die neuen Möglichkeiten der, jetzt
modifizierten, Schwingmühle zu erkunden, hätten sie zunächst
anorganische Stoffe miteinander verbunden. Inzwischen seien Professor
Dr. Dieter Kaufmann und seine Mitarbeiter von IOC dazugestoßen und man
habe erfolgreich auch organische Verbindungen hergestellt.
"Um es zuzuspitzen: Diese Maschine könnte zur 'eierlegenden
Wollmilchsau' der Verfahrenstechnik werden", meint Gock. Bisher sei
jeder Versuch, Stoffe in der Mühle miteinander zu verbinden,
erfolgreich verlaufen. "Vor uns liegt ein sehr weites Feld an
Anwendungsmöglichkeiten: Bei den Produkten handelt es sich u.a. um
anorganische und organische Zinn-, Cadmium- und Zinkverbindungen, die
z.B. in der Reibungstechnik für Bremsbeläge, in der Solartechnik und
in der Futtermittelindustrie eingesetzt werden." |