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Kohlenstoffnanofasern ätzen
Chemiker der RUB haben ein einzigartiges
katalytisches Verfahren zur Oberflächenbehandlung von
Kohlenstoffnanofasern entwickelt: Damit lassen sich Faseroberflächen
deutlich vergrößern. Die Fasern können stabil zum Beispiel in einen
Kunststoff eingebracht werden und verbessern somit seine
Leitfähigkeit. Die zukünftige Verwendung von Nanofasern wird viele
Technologien revolutionieren. Anwendungsbeispiele sind neuartige
Kleidungsstücke (mit integrierten elektronischen Bauteilen etwa für
das Telefon) oder die Miniaturisierung von Elektronikbauteilen für die
Computerindustrie. Die Erfindung stammt von Prof. Dr. Martin Muhler
und Dr. Wei Xia (Technische Chemie).
Zellwachstum hemmen
Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt und Dr. Eva Neuhaus
(Lehrstuhl für Zellphysiologie) haben so genannte Liganden
identifiziert, die an dem bei Prostatakrebszellen vorhandenen Rezeptor
PSGR andocken (prostate specific G-protein coupled receptor). Liganden
sind relativ kleine Moleküle, die genau in die Bindungstasche solcher
Rezeptoren passen wie ein ganz bestimmter Schlüssel zu einem Schloss.
Das Wachstum von Krebszellen insbesondere in der Prostata wird dadurch
reduziert. Diese Liganden sind potenzielle Wirkstoffe zur Behandlung
des Prostatakarzinoms bei wesentlich weniger Nebenwirkungen.
Oberflächen beschichten
Neuartige metallorganische Verbindungen für die
Chemische Dampfabscheidung (CVD) und die so genannte Atomic Layer
Deposition (ALD) von dielektrischen (nicht leitfähigen) Oxiden haben
Juniorprofessorin Dr. Anjana Devi, Dr. Raghunandan Bhakta und Andrian
Milanov entwickelt (AG Chemie Anorganische Materialien / Anorganische
Chemie II). Oxide sind Verbindungen von Metallen oder Nichtmetallen
mit Sauerstoff. Das neue Verfahren ermöglicht es, komplexe Oberflächen
gezielt mit ultradünnen dielektrischen Oxiden zu beschichten. Die
Anwendung solcher Materialen ist eine viel versprechende Alternative
zu herkömmlichen Siliziumoxidschichten und bietet ein erhebliches
Potenzial, um die Leistung von Elektronikbauteilen der Zukunft
erheblich zu steigern.
Patentbewusstsein stärken
Seit 2003 schreibt die rubitec - Gesellschaft für
Innovation und Technologie der Ruhr-Universität - den
Erfinderwettbewerb aus: Er richtet sich an alle Mitglieder und
Angehörigen der RUB. Ziel ist, das Patentbewusstsein zu stärken, eine
neue "Patentkultur" in der RUB zu etablieren und Diensterfindungen zu
honorieren. Die Beiträge 2005 bewertete eine Jury mit sechs Personen
aus Wissenschaft und Wirtschaft. Neben den drei Siegerteams aus der
Chemie und Biologie erhielten zwölf weitere Forschergruppen der RUB
einen Preis über je 500 Euro für ihre Diensterfindungen, die über die
RUB zum Patent angemeldet sind. Der Erfinderwettbewerb ist auch in
diesem Jahr wieder ausgeschrieben, Bewerbungsfrist ist der 31.12.2006. |