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Mit dem im Forschungszentrum Karlsruhe entwickelten
Haloclean-Verfahren kann auch mit umweltgefährdenden Stoffen
belasteter Elektronikschrott praktisch vollständig verwertet
werden. Durch den kompakten Aufbau kann die Anlage in Containern
untergebracht und mobil eingesetzt werden.

Das im Forschungszentrum Karlsruhe entwickelte
Haloclean-Verfahren beruht auf einer zweistufigen Pyrolyse und
anschließender Rückgewinnung von Wertstoffen.
Fotos: Forschungszentrum Karlsruhe
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Von A wie Abzugshaube bis Z wie elektrische
Zahnbürste reichen die Produkte, die als Elektronikschrott enden.
Dazwischen lässt sich über Computer, Gameboy, Rasierapparat und
Walkman praktisch das ganze Alphabet buchstabieren. Ähnlich komplex
wie die Geräteliste ist die Zusammensetzung des zu entsorgenden
Materials. Wertvolle Stoffe wie Edelmetalle und Kupfer stehen neben
geringwertigen wie Glas und Kunststoffen oder sogar umweltgefährdenden
wie Cadmium, Blei und bromierten Flammschutzmitteln. Die Entsorgung
dieses Elektronikschrotts ist seit 24. März 2006 in die Verantwortung
der Hersteller übergegangen. In der EU-Richtlinie sind auch Quoten für
Wiederverwendung und Recycling festgelegt. Darüber hinaus sind
Verfahren und Techniken zu bevorzugen, die zu einer größtmöglichen
Schonung von Ressourcen und Umwelt beitragen.
Mit dem im Forschungszentrum Karlsruhe entwickelten Verfahren "Haloclean"
sind Recycling- und Verwertungsquoten bis zu 99 % auch bei ökologisch
bedenklichen Chargen, insbesondere stark mit bromierten Kunststoffen
versetzten, realisierbar. Herzstück des Verfahrens ist eine
thermisch-chemische Behandlung der Reststoffe in Haloclean-Reaktoren.
"Wesentliches Ziel ist die hohe Wertschöpfung aus den
Elektronikabfällen", erläutert Dr. Andreas Hornung, der das
Haloclean-Projekt im Institut für Technische Chemie, Bereich
Thermische Abfallbehandlung, des Forschungszentrums Karlsruhe
aufgebaut hat und leitet. "Wir trennen wertvolle Edelmetalle und
weitere Metalle ab und verkaufen sie weiter. Entstehende Gas- und
Ölanteile können entweder stofflich verwertet oder zur
Energiegewinnung genutzt werden. Brom erhalten wir in Form von
Bromwasserstoff wieder, den die Industrie als Grundstoff
weiterverwendet."
Das Haloclean-Verfahren beruht auf einer thermisch-chemischen
Behandlung von geschreddertem Elektronikschrott in gasdichten
Drehrohren mit Förderschnecken. In einer zweistufigen Pyrolyse werden
die Kunststoffbestandteile in Öl und Gas umgewandelt. Daraus lassen
sich durch einen chemischen Verfahrensschritt Brom und andere Halogene
wiedergewinnen; die entstandenen Öle und Gase sind als chemischer
Rohstoff oder Brennmaterial einsetzbar. Aus dem verbleibenden
Rückstand der Pyrolyse werden Edelmetalle und andere Metalle
abgeschieden.
"Durch die hohen Recyclingquoten ist Haloclean wirtschaftlich
konkurrenzfähig", freut sich Andreas Hornung. "Haloclean läuft
langzeitstabil und ist reif für die technische Anwendung. Gemeinsam
mit unserem Kooperationspartner Sea Marconi planen wir den Aufbau
einer mobilen Anlage mit einem Jahresdurchsatz von 6000 Tonnen."
Das Forschungszentrum Karlsruhe entwickelte Haloclean in
Zusammenarbeit mit der italienischen Firma Sea Marconi (Turin) im
Verbund mit mehreren europäischen Projektpartnern. Das EU-Projekt
Haloclean begann, als die ersten Entwürfe der EU-Richtlinie zur
Verwertung von elektrischen und elektronischen Gütern (WEEE Directive
on Recycling of Waste Electrical and Electronic Equipment) erschienen
waren. Die Richtlinie wurde durch das Elektro- und
Elektronikgerätegesetz (ElektroG) in deutsches Recht umgesetzt. Die EU
förderte das Projekt seit 2003 mit rund 2,5 Millionen Euro, davon
erhielt das Forschungszentrum Karlsruhe 1,5 Millionen Euro. Das Land
Baden-Württemberg steuerte im Rahmen des "Regionalen Netzwerkes
Baden-Württemberg" weitere 200000 Euro bei.
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