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Hier wird ein atmungsaktiver polymerer Schutzfilm
aus Grundierung und Deckschicht auf die Fassade aufgebracht. Die
wasserlösliche und quellbare Grundierung wird dabei von der
wasserunlöslichen, aber wasserdampfdurchlässigen Deckschicht
geschützt. Erst im Ernstfall zeigt die Grundierung ihre Qualitäten.
Rückt man den Graffitis dann nämlich mit dem Dampfdruckreiniger zu
Leibe, quillt die Grundschicht auf und lässt sich mitsamt der Farbe
von der Fassade absprühen.
Die Hauptarbeit der Golmer Forscher bestand darin,
für beide Schichten die richtigen Zusammensetzungen zu finden. Denn
das entscheidende Element ihrer Beschichtung ist ein
Polyelektrolytsystem, durch das die unterschiedliche geladenen
Schichten miteinander verbunden sind. Während für die Grundierung
anionische Polymere wie Carboxymethylcellulosen und Stärkederivate
erprobt wurden, griff man für die Deckschicht auf Chitosane zurück.
Erste Tests zeigten, dass der Schutzfilm auch nur dann funktioniert,
wenn er zum Untergrund passt. Egal ob Fliesen, Klinker, Sandstein,
Eternit oder Wärmedämmverbundsysteme, für die wichtigsten Oberflächen
stehen die Rezepturen inzwischen bereit. Zusammen mit der Fachagentur
Nachwachsende Rohstoffe (FNR) suchen die Wissenschaftler in Golm nun
nach einem Industriepartner, der Herstellung und Vertrieb der
patentgeschützten Produkte übernimmt.
Die Ergebnisse des Projekts sind ein Beispiel für
eine Vielzahl von Anwendungen, in denen nachwachsende Rohstoffe
bevorzugt gegenüber fossilen Rohstoffen eingesetzt werden können.
Ausschlaggebend ist hierfür meist das überlegene technische
Leistungsprofil der Produkte, verbunden mit wirtschaftlichen Vorteilen
bei der Anwendung. |