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In seiner Arbeit hat Herr Antretter eine umfassende
Darstellung der martensitischen Umwandlung im Rahmen der
Werkstoffmechanik vorgelegt. Ausgehend von den thermodynamischen,
kinetischen und kristallographischen Prinzipien dieser
Phasenumwandlung hat er exemplarisch die kontinuumsmechanische
Modellierung der Vorgänge in der Matrix formuliert. Diesen Ansatz hat
Herr Antretter für die Beschreibung der so genannten
umwandlungsinduzierten Plastizität in niedrig und hoch legierten
Stählen verwendet. Dieser Effekt - besser bekannt nach dem englischen
Akronym TRIP für TRansformation Induced Plasticity - wurde in den
sechziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts beschrieben und wird
heutzutage mit großem Erfolg insbesondere in der Automobil-Industrie
eingesetzt. Mit seiner Arbeit lieferte Herr Antretter wichtige
Werkzeuge zur Vorhersage des Umformverhaltens der TRIP-Stähle.
Die Würdigung der ausgezeichneten Arbeit und
Preisübergabe erfolgte durch Herrn Prof. Dr.-Ing. Dieter Ameling,
Stahlinstitut/VDEh, Düsseldorf.
Den Preis im Bereich "Analytische Chemie" erhielt
Herr Dr. Herbert Oberacher, Medizinische Universität Innsbruck, für
seine Arbeit "Effiziente Detektion von DNA-Sequenzvariationen mittels
Elektrospray-Ionisations-Flugzeit-Massenspektrometrie".
Die Entwicklung neuer analytisch-chemischer
Methoden für Anwendungen im Bereich der Bioanalytik, die auf der
Kopplung der Hochleistungsflüssigkeitschromatographie mit der
Massenspektroskopie basieren" dient vor allem zur Charakterisierung
von Nukleinsäure und der Auffindung von Sequenzvariationen in
genomischer DNA. Den bisher benutzten Verfahren gegenüber bietet diese
Anwendung deutliche Vorteile, wie u. a. bessere Nachweisgrenzen,
genauere Massenbestimmung und sehr gute Reproduzierbarkeit.
Die Würdigung der ausgezeichneten Arbeit und
Preisübergabe erfolgte durch Herrn Prof. Dr. rer. nat. Manfred
Hennecke, BAM, Berlin.
Adolf-Martens ist einer der Väter der
Materialforschung und -prüfung. Ihm zu Ehren wird ein bestimmtes
Eisen/Kohlenstoff-Gefüge, das für die Härte von Stahl maßgebend ist,
international 'Martensit' genannt. Zur Förderung relevanter
Forschungs- und Entwicklungsgebiete wurde der Adolf-Martens-Fonds e.
V. gegründet. Die vom Verein regelmäßig veranstalteten Kolloquien mit
ausgewiesenen Fachleuten sollen einer breiten Öffentlichkeit die
Bedeutung von Materialien, Werkstoffen, Werkstoffverbunden und den
damit verbundenen Technologien für die Wirtschaft vermitteln.
Für den wissenschaftlichen Nachwuchs soll die
Vergabe der Adolf-Martens-Preise im Turnus von zwei Jahren ein Anreiz
sein, sich in den entsprechenden Disziplinen zu engagieren. Aus den
Bewerbungen der Preisausschreibung hat eine unabhängige Jury die
Preisträger für ihre herausragenden Arbeiten ausgewählt.
Schon heute möchten wir auf die Auslobung des
Preises 2008 hinweisen, der sich an Teilnehmerinnen und Teilnehmer mit
Arbeiten aus den Bereichen "Werkstoffwissenschaften, Materialforschung
und -prüfung" und "Sicherheitstechnik einschl. Arbeitsschutz sowie
verwandter Gebiete" wendet. |