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Mit Hilfe von Biomonitoren wie Daphnien (also Wasserflöhen)
können Flüsse überwacht und bei Vergiftungen Alarm ausgelöst
werden.

Langzeitwirkungen von Schadstoffen werden im Rahmen des
EU-Projektes MODELKEY auch in der Elbe untersucht.
Fotos: André Kuenzelmann/UFZ
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Hochgiftig aber gut abbaubar
Zyanide sind die Salze der Blausäure. Kaliumzyanid (Zyankali) wird
unter anderem zur Goldgewinnung, in galvanischen Bädern oder in der
organischen Synthesechemie verwendet. Bekannt ist, dass frei im Wasser
verfügbare Zyanide eine akute hochgiftige Wirkung haben, da sie im
Blut das Sauerstofftransportprotein Hämoglobin blockieren und auf
diese Weise zum Ersticken führen. Dies gilt für Mensch und Fisch
gleichermaßen. Durch die feste und irreversible Bindung des
Zyanid-Ions am Eisen wird verhindert, dass der Sauerstoff sich
reversibel binden kann. Die tödliche Dosis für Menschen liegt bei 1
bis 2 mg/kg Körpermasse. Bedingt durch die hohe Toxizität ist für
Abwassereinleitungen ein Grenzwert von 0,2 Milligramm pro Liter in
Deutschland festgelegt. Zyanide besitzen im Wasser im Wesentlichen nur
eine akute toxische Sofortwirkung. Es verschwindet rasch aus dem
Wasser durch Ausgasung, photochemischen und mikrobiellen Abbau zu
Luftstickstoff und Kohlendioxid sowie durch Komplexierung.
Ablagerungen in Sedimenten haben nahezu keine Bedeutung. Durch
Verdünnungen wie Zuläufe aus Nebenflüssen werden die anfänglichen
Konzentrationen weiter herabgesetzt.
Verdünnung spielt große Rolle
Durch den Zyanidunfall in rumänischen Baia Mare im Januar 2000 ist
bekannt, dass - unter ähnlichen winterlichen Witterungsbedingungen wie
sie gegenwärtig in der Elbe vorliegen -photochemischer Abbau und
Verdunstung zu einer Verringerung der Zyanidkonzentration um etwa 15
Prozent innerhalb der ersten 50 km nach der Einleitung in den
Theiss-Nebenfluss Szamos geführt haben. Eine Verdünnung aus
Nebenflüssen war hier zu vernachlässigen. Nach dem Zulauf der Szamos
in die Theiss haben Untersuchungen gezeigt, dass eine Abnahme der
Zyanidkonzentration im Verlauf von 100 Fließkilometern um ebenfalls
etwa 15 Prozent zu verzeichnen war.
Flussabwärts der vermuten Einleitungsquelle bei Kolin kommt es durch
die Zuflüsse der Nebenflüsse wie Jizera/Iser, Vltava/Moldau und Oh?e/Eger
zu erheblichen Verdünnungen, die ein Mehrfaches der Durchflussmenge
der Elbe bei Kolin betragen.
Aus diesen Kenntnissen heraus kann davon ausgegangen werden, dass das
Risiko eines Fischsterbens im deutschen Teil der Elbe sehr gering ist
verglichen mit dem tschechischen Teil der Elbe.
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