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Das Prinzip ist einfach: Professoren aus
einschlägigen Gebieten der Umwelt und Nachhaltigkeit mit Schwerpunkt
in Chemie stellen sich kurz vor oder nach ihrer Pensionierung als
Lehrkräfte für eine "Deutsche Auslandsuniversität" zur Verfügung.
Gemeinsam bauen sie ein Graduierten-Studium auf. Studierende in
Entwicklungs- und Schwellenländern können dort den Grad des "Master of
Science" in der umwelt- und nachhaltigkeitsorientierten Chemie
erwerben. Der umweltverträgliche Einsatz von Chemikalien und der
verantwortliche Umgang mit den begrenzten Ressourcen werden in die
Ausbildung der Studenten eingeführt. Die Professoren verzichten auf
ein Gehalt für ihre Lehrtätigkeit, ihr Ziel ist es, das Projekt
mittelfristig kostenneutral umzusetzen.
Die Globalisierung führt dazu, dass immer neue
Produktionsstätten der chemischen Industrie und verwandter Gebiete in
den ärmeren Ländern entstehen. Die Schattenseite dieses
wirtschaftlichen Aufschwungs sind oftmals hohe Risiken für die Umwelt.
Das neue Programm spricht bewusst Studierende und Dozenten der
Naturwissenschaften als Multiplikatoren und künftige Entscheider an.
Da sie bereits bei ihrer Ausbildung mit den Prinzipien der
Nachhaltigkeit in Lehre, Forschung und Produktion in Berührung kommen,
sind auch wichtige gesellschaftliche Impulse zu erwarten.
Die Umsetzung sieht so aus: Die Senior Professoren
werden an ausgewählten Standorten deutscher Kultureinrichtungen, wie
Goethe Instituten oder DAAD Headquarters, Master of Science-Kurse in
"Nachhaltigkeit und Chemikaliensicherheit" unterrichten. Die Kurse
sind wie ein Fernstudium oder eine Fernuniversität gemeinsam mit einer
deutschen Universität und einer Eliteuniversität des Gastlandes in
Form eines Dual-Degree-Abkommens modular aufgebaut. Der theoretische
Unterricht wird von deutschen und ausländischen Dozenten gemeinsam
angeboten, die Laborkurse werden an der ausländischen Universität
durchgeführt. Zusätzlich können Ergänzungspraktika an der deutschen
Universität, z. B. mit Hilfe eines DAAD Stipendiums absolviert werden.
Nach Abschluss dieser Kurse wird eine Masterarbeit an der Universität
des Gastlandes oder in Deutschland durchgeführt und diese am
jeweiligen Standort verteidigt. Die Absolventen erhalten ein
Doppeldiplom-Zeugnis beider Universitäten.
Entwickelt wurde dieses Konzept von den beiden
Braunschweiger Professoren Hopf und Bahadir gemeinsam mit weiteren
Kollegen (Prof. Dr. Jürgen Metzger, Oldenburg, und Prof. Dr. Ulrich
Schlottmann, Bonn), und eingereicht in ihrer Funktion als Präsident
(Hopf) und Leiter des Arbeitskreises Forschung und Lehre (Bahadir) der
Gesellschaft Deutscher Chemiker, Frankfurt.
Die Dekade der Bildung für nachhaltige Entwicklung:
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat
2002 beschlossen, die Dekade der Bildung für die Nachhaltige
Entwicklung auszurufen (United Nations Decade of Education for
Sustainable Development). Ziel ist es, Nachhaltigkeit in die
Bildungssysteme der Nationen auf allen Ebenen zu integrieren. Die
Dekade umfasst die Zeitspanne vom Jahr 2005 bis zum Jahr 2014. |