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Ein Beispiel für den Forschungsgegenstand: Die Bildung von
Kristallen durch Aggregation von Molekülen von Aceton und Acetylen
(Abb.: Prof. Boese, Universität Duisburg-Essen).
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Ungelöstes Problem der Grundlagenforschung
Schwache Wechselwirkungen zwischen Molekülen bewirken, dass
Flüssigkeiten flüssig bleiben und nicht sofort verdampfen und dass
Moleküle in wohlgeordneter Form kristallisieren. Auch nahezu alle
biologischen Prozesse bis hin zum Funktionieren einer Zelle hängen auf
fundamentale Weise von diesen nichtkovalenten Wechselwirkungen ab.
Aufgrund ihrer besonderen Natur lassen sich die Wechselwirkungen aber
sowohl experimentell als auch theoretisch nur mit einem sehr großen
Aufwand untersuchen. Bislang lässt sich beispielsweise die Struktur
von Molekülkristallen nicht voraussagen - das ist eines der ungelösten
Probleme chemischer Grundlagenforschung.
Potpourri der Methoden
Hier setzt die neue Forschergruppe mit dem Arbeitstitel "FOR 618" an:
Vier Arbeitsgruppen der Fakultät für Chemie der RUB, zwei
Arbeitsgruppen des Fachbereiches Chemie der Universität Duisburg-Essen
und eine Arbeitsgruppe des Instituts für Physikalische Chemie der
Universität Düsseldorf untersuchen die nichtkovalenten
Wechselwirkungen zwischen kleinen Molekülen mit präzisen
experimentellen und theoretischen Methoden. Das Repertoire reicht von
höchstauflösender Infrarotspektroskopie in der Gasphase über Messungen
bei tiefsten Temperaturen nahe am absoluten Nullpunkt bis zur
Bestimmung der Strukturen von Molekülaggregaten in Kristallen. Ergänzt
wird dies um theoretische Methoden, zum Beispiel sehr genaue
quantenchemische Verfahren für kleine Aggregate von Molekülen, sowie
dynamische und statistische Methoden zur Berechnung komplexer
Strukturen. Indem die Wissenschaftler diese Methoden bündeln, hoffen
sie zu verstehen, wie Kristalle aus einzelnen Molekülen entstehen.
Doppelter Erfolg
FOR 618 ist eine von 19 neuen Forschergruppen, die die DFG in den
nächsten drei Jahren mit insgesamt 30,6 Millionen Euro fördert. Für
den Bochumer Chemiker Prof. Dr. Wolfram Sander kam der Erfolg damit
gleich doppelt: Seit Anfang des Jahres fördert die EU ein neues
internationales Graduiertenkolleg ("INTCHEM") unter seiner Leitung an
der RUB. Hier erforschen europäische Doktoranden die nichtkovalenten
Wechselwirkungen an der Schnittstelle von Chemie, Biochemie und
Materialwissenschaft
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