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Positiv schnitten unter anderem das
Grundnahrungsmittel Brot sowie die bei vielen Verbrauchern beliebte
Pizza ab: In den meisten Fällen waren diese Lebensmittel nur gering
mit 3-MCPD kontaminiert, ein im Tierversuch Krebs hervorrufender
Stoff, der sich beim Backen oder Toasten salz- und fetthaltiger
Lebensmittel bilden kann. Positiv wurden auch Müsli und andere
Frühstücksflocken beurteilt, bei denen nur geringe Gehalte
gesundheitsschädlicher Stoffwechselprodukte von Schimmelpilzen (Mykotoxine)
gefunden wurden. Ähnlich erfreulich stellte sich die Situation bei
Brühwürsten und Hering im Hinblick auf allgemein in der Umwelt
auftretende Organochlorverbindungen dar, sowie bei Hering hinsichtlich
der geringen Gehalte an Dioxinen und polybromierten Diphenylethern.
Die Blei- und Cadmiumbelastung von Erdnüssen, die Bleigehalte in
Roggen sowie die Quecksilbergehalte in Hering verringerten sich im
Vergleich zu Untersuchungen früherer Jahre.
In rund sechs Prozent der im Rahmen des
Lebensmittelmonitorings 2004 untersuchten Produkte wurden dagegen die
gesetzlich festgelegten Höchstgehalte für
Pflanzenschutzmittelrückstände, Schwermetalle oder andere unerwünschte
Stoffe überschritten. Auffällig hoch waren
Pflanzenschutzmittelrückstände in Gemüsepaprika, Kopfsalat, Rucola,
Äpfeln sowie in Strauchbeerenobst. Ebenfalls negativ fielen hohe
Nitratgehalte in Kopfsalat und vor allem in Rucola auf. Im Hinblick
auf Schwermetallbelastungen berichtet das Lebensmittelmonitoring über
erhöhte Kontaminationen bei barschartigen Fischen aus Südostasien mit
Quecksilber. Abhängig von der Herkunft wurden bei Muscheln zum Teil
erhebliche Kontaminationen mit Blei, Cadmium und Tributylzinn
festgestellt. In Forellen aus Aquakulturen wurden polycyclische
Moschusverbindungen nachgewiesen, in Öl von Fischkonserven wurden
aromatische Kohlenwasserstoffe (BTEX) ermittelt. In Gewürzen und Kakao
wurden in einigen Proben relativ hohe Gehalte an Ochratoxin A
festgestellt, ein Stoffwechselprodukt von Schimmelpilzen mit leber-
und nierenschädigender Wirkung. Die Überschreitungen von
Höchstgehalten werden von den Bundesländern verfolgt und
gegebenenfalls geahndet.
Im Rahmen des von Bund und Ländern gemeinsam
getragenen Lebensmittelmonitorings wurden im Jahr 2004 annähernd 5000
Proben auf unerwünschte Stoffe wie Pflanzenschutzmittelrückstände
sowie organische und anorganische Kontaminanten in und auf 50
Lebensmitteln bzw. -gruppen untersucht.
Hintergrundinformation
Das Lebensmittel-Monitoring ist ein System
wiederholter repräsentativer Messungen und Bewertungen von Gehalten an
unerwünschten Stoffen wie Pflanzenschutzmittel, Schwermetalle und
andere Kontaminanten in und auf Lebensmitteln. Im Jahre 2004 wurde das
Lebensmittel-Monitoring, wie bereits 2003, nach einem zweigeteilten
Ansatz durchgeführt. Einerseits wurden Lebensmittel eines definierten
Warenkorbes untersucht, um die Belastungssituation unter
repräsentativen Beprobungsbedingungen weiter verfolgen zu können (Warenkorb-Monitoring),
andererseits wurden zielorientiert aktuelle stoff- bzw.
lebensmittelbezogene Fragestellungen in Form von Projekten bearbeitet
(Projekt-Monitoring).
Im Rahmen des Lebensmittelmonitorings wird eine für
jedes Untersuchungsjahr neu festgelegte Gruppe von Lebensmitteln von
den Bundesländern untersucht. Dieses so genannte Warenkorb-Monitoring
umfasst dabei innerhalb eines Jahres nicht die gesamte Breite der
angebotenen Lebensmittel. Für den definierten Warenkorb des
Untersuchungsjahres werden jedoch repräsentative Daten zur Belastung
dieser Lebensmittel gewonnen. Im Zuge der allgemeinen
Lebensmittelüberwachung durch die Bundesländer werden auch all die
Lebensmittel untersucht, die nicht im Monitoringprogramm des laufenden
Jahres berücksichtigt wurden. Das Warenkorb-Monitoring 2004 umfasste
folgende Lebensmittel: Brühwürste, Roggen- und Haferkörner, Erd-, Wal-
und Haselnüsse sowie Mandeln, Kopf-, Feld- und Eisbergsalat sowie
Rucola, Rotkohl und Porree, Tomaten, Erdbeeren, Äpfel, Bananen und
Orangensaft.
Treten neue Risiken für die Lebensmittelsicherheit,
unerwünschte Stoffe oder Kontaminanten erstmals oder in erhöhtem Maße
auf, so wird deren Vorkommen im Rahmen des Projekt-Monitorings
untersucht, um mögliche spezielle Belastungsursachen für den
Verbraucher frühzeitig erkennen zu können. Im Rahmen des
Projektmonitorings wurden im Jahr 2004 Strauchbeerenobst und
Gemüsepaprika im Hinblick auf Pflanzenschutzmittelrückstände
untersucht. Für verschiedene Lebensmittel wurden die Gehalte an
Ochratoxin A und für Frühstückscerealien die Belastung mit
verschiedenen Mykotoxinen ermittelt. Forellen wurden auf polycyclische
Moschusverbindungen und Muscheln auf Organozinnverbindungen und
Schwermetalle untersucht. Ermittelt wurden auch polycyclische
aromatische (PAK) bzw. aromatische Kohlenwasserstoffe (BTEX) in
Fischerzeugnissen, Quecksilber in Fisch aus Süd-ostasien sowie
zahlreiche Rückstände und Kontaminanten in Hering.
Grundnahrungsmittel, vor allem Brot, wurden auf ihre Belastung mit dem
Stoff 3-MCPD untersucht. Auch die Acrylamidbelastung verschiedener
Lebensmittel wurde im Zuge des Projektmonitorings ermittelt.
Die Ergebnisse des Lebensmittelmonitorings fließen
kontinuierlich in die gesundheitliche Risikobewertung ein und werden
genutzt, um die Höchstgehalte für unerwünschte Stoffe zu überprüfen
und im Bedarfsfall anzupassen. Auffällige Befunde können weitere
Untersuchungen der Ursachen in künftigen Überwachungsprogrammen der
amtlichen Lebensmittelüberwachung nach sich ziehen. |