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Zur ersten Entscheidung der gemeinsamen Kommission
von DFG und WR zur Förderlinie Zukunftskonzepte, den so genannten
Spitzenunis, meinte Jahn, der bei der BASF das Globale
Kompetenzzentrum Hochschulbeziehungen und Forschungsplanung leitet:
"Ich bin sicher, dass die Kommissionsmitglieder eine
verantwortungsvolle Entscheidung getroffen haben. Von Seiten der
Chemie und der Naturwissenschaften wäre natürlich auch eine andere
Auswahl denkbar gewesen, aber es ist sehr erfreulich, dass politische
Kriterien erkennbar keinen Einfluss gehabt haben. Damit gewinnt die
Initiative noch mehr an Glaubwürdigkeit und Durchschlagskraft".
Unter den 41 in der Vorauswahl berücksichtigten
Exzellenzclustern zur Förderung der Spitzenforschung an deutschen
Hochschulen können ein Drittel dem Gebiet der molekularen
Wissenschaften und damit auch und vor allem der Chemie und Biochemie
zugeordnet werden. Jahn sieht sich in seiner Einschätzung durch die
Vielzahl und Breite der ausgewählten Antragsskizzen bestätigt wie z.B.
"Unifying Concepts in Catalysis" der Technischen Universität Berlin
und "Makromolekulare Komplexe" der Universität Frankfurt. Interessante
biochemische/molekularbiologische Exzellenzcluster gibt es in
Heidelberg, München, Göttingen, Marburg und Würzburg. Exzellenzcluster
zu den Nanowissenschaften, bei denen die Chemie eine ganz besondere
Rolle spielt, finden sich an den Universitäten Karlsruhe (TH), München
und Hamburg. Materialforschung unter besonderer Beteiligung der Chemie
und mit einem gewissen Schwerpunkt auf (opto-)elektronischen
Anwendungen bieten die TU Darmstadt, die Universität
Erlangen-Nürnberg, die Berliner Humboldt-Universität und wiederum
Hamburg.
Bei den 39 in die Vorauswahl gekommenen
Graduiertenschulen zur Förderung des Nachwuchses an deutschen
Hochschulen gibt es nach Jahns Auffassung interessante neue Ansätze.
So die "Karlsruhe School of Optics & Photonics", wo Professoren aus
der Physik, der Chemie, der Biologie, der Elektrotechnik und dem
Maschinenbau Master-Studenten und Doktoranden auf dem Gebiet der
optischen und photonischen Materialien (z.B. optische Bauelemente,
neuartige Leuchtstoffe) oder neuartiger spektroskopischer Verfahren
ausbilden und betreuen sollen, sowie die RWTH Aachen und ihre
Graduiertenschulen "Engineerd Materials Unlimited" und "Medically- and
Bio-Engineered Materials, Devices and Systems". Die "Graduate School
of ScienceLMU" der Universität München will die interdisziplinäre
Forschung mit Beiträgen aus der Biologie, Chemie, Biochemie, Pharmazie
und Physik ebenso fördern wie die "Otto Stern School for Integrated
PhD Education in Natural Sciences" der Universität Frankfurt. An der
Universität Freiburg waren gleich drei Graduiertenschulen mit
chemisch-biologisch, chemisch-technischen und
chemisch-materialwissenschaftlichem Hintergrund erfolgreich:
"Molekulare Zellforschung in Biologie und Medizin",
"Polymerwissenschaften und Mikrosystemtechnik" und "Mikrosysteme und
Funktionsmaterialien - integrierte bioinspirierte Syteme". Die
Graduiertenschule der Universität Hohenheim "Sustainable Food Systems,
Lifes Sciences and Innovation" baut auf dem Ansatz der nachhaltigen
Nahrungsmittelproduktion und Lebensmitteltechnologie auf - ein Feld
für Lebensmittel- und Agrarchemiker. Mit ihrer Graduiertenschule
"Material Science in Mainz" hat die dortige Universität das Design
funktionaler Materialien mit neuen Eigenschaften in den Mittelpunkt
gestellt - ein modernes Gebiet der Chemie mit interdisziplinärem
Ansatz. |