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Auch in den ärmeren Ländern entstehen immer mehr
chemische Produktionsstätten bzw. wird im industriellen Maßstab mit
Chemikalien umgegangen. Häufig fehlt den dort Tätigen die Sensibilität
für Nachhaltigkeits- und Umweltschutzaspekte. Dieses Defizit soll das
neue Projekt längerfristig beseitigen.
Das Projekt sieht vor, dass sich Professoren aus
der Chemie und anderen Naturwissenschaften, die sich mit Fragen der
Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes befassen, kurz vor oder nach
ihrer Emeritierung als Lehrkräfte für eine "Deutsche
Auslandsuniversität" zur Verfügung stellen. Der neue Studiengang wird
vorwiegend in Entwicklungs- und Schwellenländern eingerichtet, wo
Studierende den "Master of Science" in der umwelt- und
nachhaltigkeitsorientierten Chemie erwerben können. Die Senior
Professoren werden an ausgewählten Standorten deutscher
Kultureinrichtungen, wie Goethe-Instituten oder DAAD Headquarters,
Master of Science-Kurse in Nachhaltigkeit und Chemikaliensicherheit
gemeinsam mit ausländischen Dozenten unterrichten. Die Laborkurse
werden an den ausländischen Universitäten durchgeführt.
Das Konzept für dieses Projekt wurde vom damaligen
Präsidenten der GDCh, Professor Dr. Henning Hopf (TU Braunschweig),
dem Leiter des Arbeitskreises Forschung und Lehre der GDCh-Fachgruppe
Umweltchemie und Ökotoxikologie, Professor Dr. Müfit Bahadir (TU
Braunschweig), Professor Dr. Jürgen Metzger (Universität Oldenburg)
und Professor Dr. Ulrich Schlottmann (Bundesumweltministerium, Bonn)
entwickelt.
Die Generalversammlung der Vereinten Nationen hatte
2002 beschlossen, die Dekade der Bildung für die Nachhaltige
Entwicklung auszurufen (United Nations Decade of Education for
Sustainable Development). Ziel ist es, Nachhaltigkeit in die
Bildungssysteme der Nationen auf allen Ebenen zu integrieren. Die
Dekade umfasst die Zeitspanne von 2005 bis 2014. Zur Umsetzung der
Dekade "Bildung für nachhaltige Entwicklung" in Deutschland hat die
Deutsche UNESCO-Kommission im Mai 2004 ein Nationalkomitee einberufen. |