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Das miniaturisierte Mössbauer-Spektrometer MIMOS II
kam bei der europäischen Mars-Mission "Mars-Express" erstmalig bei
einer Weltraummission zum Einsatz. Bislang gibt es von "Beagle 2"
jedoch noch immer keine Signale. Mit dem Nasa-Landeroboter "Spirit"
bekommt das kleine Mössbauer-Spektrometer nun seine zweite Chance.
"Nach der erfolgreichen Landung des Rovers wurden zuerst die
wesentlichen Rover-Komponenten getestet und nun am Montag die
Instrumente", erläuterte Klingelhöfer. "Wir haben die Testdaten
bekommen und sind sehr zufrieden." Bei dem ersten Rover, genannt "Spirit",
der Nasa-Doppelmission - der zweite Rover "Opportunity" soll am 25.
Januar landen - gab es mit dem Mössbauer-Spektrometer zunächst
Probleme während des Flugs. "Nach der Landung sind diese Probleme
verschwunden. Das Gerät funktioniert wunderbar, wie geplant."
Das neue Untersuchungsgerät MIMOS II soll bei den
Mars-Missionen von ESA und NASA Aufschluss darüber geben, ob der Rote
Planet früher Wasser in größeren Mengen aufwies oder ob es eine dichte
Atmosphäre gab - mithin Antworten auf die Frage liefern, ob auf dem
Mars die grundlegenden Voraussetzungen für die Entstehung von Leben
vorhanden waren. MIMOS II wird nach Darstellung von Dr. Klingelhöfer
erstmals die direkte Bestimmung von Gesteins- und Bodenproben auf dem
Mars ermöglichen. Wichtig ist dabei, welche Verwitterungsprodukte
vorkommen. Daraus könnte abgeleitet werden, wie viel Wasser es auf dem
Mars früher gegeben hat.
Das Gerät MIMOS II, das Aufschluss über die
einstigen Wasservorkommen geben soll, wurde vom Institut für
Anorganische Chemie und Analytische Chemie unter der Leitung von
Klingelhöfer, der dieses Projekt an der TU Darmstadt begann,
entwickelt, gebaut und für die Missionen bereitgestellt. MIMOS II
nutzt eine spezielle Methode der nuklearen Festkörperspektroskopie:
die Mössbauer-Spektroskopie, benannt nach dem Nobelpreisträger Rudolf
Ludwig Mössbauer. Das Gerät sendet mit Hilfe einer radioaktiven Quelle
Gamma-Strahlen aus, die auf das Gestein treffen und reflektiert
werden. Die Differenz zwischen dem ausge-sandten und dem reflektierten
Spektrum gibt Auskunft über die mineralogische Zusammensetzung des
Gesteins beziehungsweise des Bodens. Daraus können Rückschlüsse unter
anderem auf die Klimabedingungen gezogen werden, die bei der Bildung
dieser Stoffe geherrscht haben:
Das Mini-Spektrometer der Mainzer Wissenschaftler
passt auf eine Handfläche - noch vor wenigen Jahren hatten
vergleichbare Geräte die Größe eines Schranks. "Nachdem wir gezeigt
haben, dass wir diese kleinen Geräte bauen können, kam die
US-Weltraumforschung auf uns zu", erklärt Klingelhöfer. MIMOS II wiegt
weniger als 500 Gramm, das Gesamtvolumen liegt unter 0,4 Liter und der
Energieverbrauch beträgt etwa zwei Watt.
Bei der ersten europäischen Mars-Mission wurde
MIMOS II auf dem Roboterarm des Beagle 2 Landers montiert und sollte,
so waren die Pläne, von diesem Arm an den ausgewählten Bodenproben in
Position gebracht werden. Bei den beiden NASA-Missionen mit den Sonden
"Spirit" und "Opportunity" wurden die Mainzer Geräte jeweils auf dem
Mars Exploration Rover montiert und sollen mit diesen Fahrzeugen auch
an verschiedene Untersuchungsstellen gebracht werden. Nach Darstellung
von Klingelhöfer wird der Spirit-Rover erst in sieben bis acht Tagen
von der Landeeinheit herunterfahren. Dann kann das
Mössbauer-Spektrometer an die Marsproben herangebracht werden und
erste Messungen vornehmen. |