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"Derzeit besteht der ökologische Treibstoff zu zehn
Prozent aus Methanol, das aus Erdgas gewonnen wird", erklärt
Mittelbach. "Ethanol wäre ein sinnvoller, nachwachsender Ersatz für
diesen Alkohol, ist derzeit allerdings noch zu teuer und nicht in
ausreichenden Mengen vorhanden." Ethanol kann etwa aus Zuckerrüben,
Mais, Hirse oder auch Holz hergestellt werden. Letzterer Rohstoff wäre
ein günstiger, allerdings ist derzeit eine billige Verarbeitung
technisch nicht möglich, weiß der Experte.
Eine alternative Rohstoffquelle für Biodiesel haben
die WissenschafterInnen der Uni Graz bereits erschlossen: Tierfett und
Tiermehl eignen sich einwandfrei zur Produktion des Treibstoffs. Der
äußerst positive Nebeneffekt dabei: Statt der teueren Entsorgung
können Schlachtabfälle so wiederverwertet werden. Mögliche BSE-Erreger
werden im Zuge der Diesel-Herstellung zerstört. Das internationale
Interesse an Mittelbachs Forschungen ist folglich sehr groß. "Im Jahr
2004 sind allein in den 15 ,alten' EU-Ländern fast 650.000 Tonnen
derartiges Fett angefallen - das entspricht etwa einem Drittel der
weltweiten Biodiesel-Produktion", rechnet der Grazer Chemiker mit
einer raschen Anwendung seiner wissenschaftlichen Ergebnisse.
Für das Projekt "Biodiesel aus tierischen Fetten"
wurde Mittelbachs Team übrigens mit dem Energy Globe Styria Award 2005
in der Kategorie "Innovative Energie-Forschung" ausgezeichnet.
Mitarbeiterin Dr. Renate Uitz erhielt für ihre Dissertation zum Thema
"Maiskolbengranulat zur Immobilisierung von Lipasen.
Schlüsseltechnologie zur Biodiesel-Erzeugung" den international
ausgeschriebenen "She-Study-Award" der Shell Deutschland Holding. |