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Lebensmittelchemikerinnen und Lebensmittelchemiker
sind die Experten für alle Fragen rund um den gesundheitlichen
Verbraucherschutz sowie das Thema Lebensmittel und Ernährung. Sie
überprüfen und beurteilen an Untersuchungsämtern und privaten
Laboratorien die Qualität der in Handel angebotenen Lebensmittel,
arbeiten in der Lebensmittelindustrie in der Produktkontrolle und der
Entwicklung qualitativ hochwertiger Lebensmittel und erforschen an
Universitäten und anderen Einrichtungen die Zusammensetzung und
Wirkungen von Inhaltsstoffen. Zum Erfahrungsaustausch und der
Diskussion neuer wissenschaftlicher Erkenntnisse dienen die im März
stattfindenden Arbeitstagungen der Regionalverbände der
Lebensmittelchemischen Gesellschaft, der größten Fachgruppe in der
Gesellschaft Deutscher Chemiker(GDCh).
Den Auftakt macht die Arbeitstagung des
Regionalverbandes Südwest der Lebensmittelchemischen Gesellschaft am
6. und 7. März gemeinsam mit dem Chemischen und
Veterinäruntersuchungsamt Karlsruhe, der Chemischen Gesellschaft
Karlsruhe und den universitären Abteilungen Lebensmittelchemie und
Lebensmitteltoxikologie an der Universität Karlsruhe. Zu dem breit
gefächerten Themenspektrum aus der Lebensmittelanalytik, der
Lebensmitteltechnologie und -toxikologie sowie zum Lebensmittelrecht
wurden 28 Vorträge und 26 Posterbeiträge eingereicht. Besondere
Aufmerksamkeit wird dem Vortrag von Professor Dr. Hans Brückner,
Gießen, zum Thema D-Aminosäuren und Maillardreaktion zukommen.
D-Aminosäuren werden in fermentierten Lebensmitteln bzw. in mikrobiell
kontaminierten, verdorbenen Lebensmitteln gefunden. Als Gast wird
Peter Hauk, der baden-würtembergische Minister für Ernährung und den
ländlichen Raum, für ein Grußwort erwartet.
Der Regionalverband Nord tagt am 7. März im
Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und
Lebensmittelsicherheit in Oldenburg. Das Programm sieht neben
Vorträgen, beispielsweise zur Biosynthese von Aromastoffen, zur
analytischen Kontrolle von Honig, zu Qualitätsveränderungen von
Sardinen während der Lagerung, zum Übergang von Stoffen aus
Verpackungsmaterialien in Lebensmitteln oder zur
Futtermittelüberwachung, zwei Workshops vor. Sie widmen sich den
wichtigen Thematiken der Rückverfolgbarkeit von Lebensmitteln und
welche Erfahrung dazu aus der Industrie vorliegen sowie der geplanten
Einführung von Bachelor- und Masterstudiengängen in der
Lebensmittelchemie und hier besonders der Frage, wie das mit den
bisherigen staatlichen Abschlüssen (Staatsexamina) in Einklang zu
bringen ist.
Nordrhein-Westfalens Lebensmittelchemikerinnen und
Lebensmittelchemiker treffen sich am 8. März 2006 an der Rheinischen
Friedrich-Wilhelms-Universität in Bonn. In den beiden
Übersichtsvorträgen berichtet Professor Dr. Helmut Dietrich
(Forschungsanstalt Geisenheim) über die "Analytik von Fruchtsäften im
Hinblick auf gesundheitlich relevante Inhaltsstoffe", und Dr. Ute
Mareck (Deutsche Sporthochschule Köln), die bei den Olympischen
Winterspielen in Turin als internationale Dopingexpertin tätig ist,
nimmt das Thema "Illegale Dopingmittel in Nahrungsergänzungsmitteln"
unter die Lupe. Die Palette der weiteren in zehn Vorträgen und elf
Postern vorgestellten Themen reicht von der Grundlagenforschung über
neue Analysenverfahren und Untersuchungsergebnisse aus der amtlichen
Lebensmittelüberwachung bis zum Hygienemanagement in der Industrie.
Herausgegriffen seien die Stabilisotopenanalytik, z.B. zum Nachweis
missbräuchlich angewandter Hormone in der Tiermast, Untersuchungen zum
Morphingehalt in Backmohn, zur bakteriellen Belastung von Sahne aus
Sahneaufschlagmaschinen und zur Trinkwasserqualität aus
Hausinstallationen sowie die molekularen Erkenntnisse zum
Whiskey-Aroma.
Die bayerischen Lebensmittelchemiker kommen am 13.
März im Wissenschaftszentrum Weihenstephan zusammen. Ein weit
gefächertes Feld von Themen wird durch 17 Vorträge und sechs Poster
abgedeckt. Eine wichtige Rolle im Programm spielen biofunktionelle
Inhaltsstoffe und die Erforschung ihrer Wirkungen im Organismus.
Welche Inhaltsstoffe von Kaffee sind beispielsweise für die
Stimulierung der Magensäuresekretion verantwortlich, und welcher
Mechanismus liegt diesem Effekt zugrunde? Daneben wartet aber auch der
Bereich der Lebensmittelanalytik mit interessanten Themen auf. Der
Bogen spannt sich von molekularbiologischen Methoden zum Nachweis
allergener Lebensmittelinhaltsstoffe über die
Isotopenverhältnis-Massenspektrometrie zur Authentizitätsbewertung von
Kaffee bis hin zur Bestimmung von bisher analytisch sehr schwer
zugänglichen Mykotoxinen (Schimmelpilzgiften) durch
Stabilisotopenverdünnungsanalysen.
Die Regionalverbände Nordost (Berlin, Brandenburg,
Mecklenburg-Vorpommern) und Südost (Sachsen, Sachsen-Anhalt,
Thüringen) treffen sich am 23. und 24. März zu einer gemeinsamen
Jahrestagung an der Technischen Fachhochschule in Berlin. Die Themen
der 26 Vorträge spannen den Bogen von der der Analytik und Beurteilung
von Rückständen und Verunreinigungen in Lebensmitteln und
Bedarfsgegenständen, der Identifizierung neuer Inhaltsstoffe und deren
Wirkung in Lebensmitteln, bis hin zu mikrobiologischen und
technologischen Fragestellungen. Herausgegriffen seien die Berichte
zur Beurteilung der antioxidativen und damit möglicherweise vor Krebs
schützenden Wirksamkeit von Apfelinhaltsstoffen, die Entwicklung von
neuen Analysentechniken zur Identifizierung und Quantifizierung von
Pestiziden und Arzneimittelrückständen, die analytische Beurteilung
der Beschichtung von Konservendosen sowie die Vorträge zur
Untersuchung und rechtlichen Beurteilung von Fleisch unterschiedlicher
Herkunft.
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) gehört
mit über 27000 Mitgliedern zu den größten chemiewissenschaftlichen
Gesellschaften weltweit. Sie hat 25 Fachgruppen und Sektionen,
darunter die Lebensmittelchemische Gesellschaft, mit über 2700
Mitgliedern die größte Fachgruppe in der GDCh. Neben sechs
Regionalverbänden unterhält die Lebensmittelchemische Gesellschaft 24
Arbeitsgruppen, in denen intensive sachbezogene Arbeit geleistet wird.
Aktive Mitglieder sind jeweils bis zu 20 Lebensmittelchemiker aus
Überwachung, Industrie, Forschung und freiberuflicher Tätigkeit, die
auf den betreffenden Gebieten besonders sachverständig sind. |