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Meiers nanostrukturierte synthetische Makromoleküle
und neue Biohybride bilden funktionelle Membransysteme nach dem
Vorbild der Natur aus. Die Integration von synthetischen und
biologischen Makromolekülen in hierarchisch organisierten Strukturen
ist die Grundlage für sein vielseitiges molekulares Baukastensystem
und eröffnet den Zugang zu neuartigen biofunktionellen
makromolekularen Systemen mit breitgefächertem Anwendungsspektrum: von
therapeutischen Nanoreaktoren und Nanokapseln bis hin zu neuen
Trägersystemen für Arzneistoffe, Biosensoren, dem Labor auf dem Chip,
Kosmetik und biomimetischen Brennstoffzellen.
Meier studierte von 1984 bis 1989 in Freiburg
Chemie und promovierte dort anschließend am Institut für
Makromolekulare Chemie mit Arbeiten über die Selbstorganisation von
flüssigkristallinen Elastomeren. Es gelang ihm cholesterische
Elastomer-Netzwerke herzustellen und ihre ungewöhnlichen optischen und
elektromechanischen Eigenschaften als Funktion der Nanostrukturbildung
durch Selbstorganisation aufzuklären. 1993 ging er an die Universität
Basel, wo er sich 1998 habilitierte. Schwerpunkte seiner Forschung
waren in dieser Zeit die Synthese und Charakterisierung von
Wasser-in-Öl-Mikroemulsionen, die Untersuchung von Transportphänomenen
an Grenzflächen und die Superstrukturbildung durch Selbstorganisation
kombiniert mit Netzwerkbildung. 2001 ging Meier für zwei Jahre als
Associate Professor an die Internationale Universität in Bremen.
Der Freiburger Chemiker und Nobelpreisträger
Professor Dr. Hermann Staudinger hatte bereits in der ersten Hälfte
des zwanzigsten Jahrhunderts die Rolle und die Möglichkeiten der
synthetischen Polymere für die Herstellung und das bessere Verständnis
von Biopolymeren und Biosystemen klar erkannt. Im Einklang mit
Staudingers Visionen hat Meier die verschiedenartigen Disziplinen der
Makromolekularen Chemie, Nanotechnologie und Biowissenschaften
zusammengeführt. |