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Ludger Wöste gelang es als einem der ersten
Wissenschaftler, mit dem von ihm entwickelten optischen Radarsystem
(sog. Lidar) die Umweltbelastungen ganzer Städte durch Ozon,
Schwefeldioxid, Stickoxyde sowie Aerosole zu charakterisieren. Seine
Messungen führte er nicht nur in Berlin durch, sondern auch in
Leipzig, Stuttgart, Paris, Lyon, Genf, Mexiko-Stadt und Cubatao in
Brasilien; außerdem in der Arktis und auf dem Forschungsschiff
Polarstern. In jüngerer Zeit nutzt er für seine Forschungen vermehrt
ultrakurze Lichtblitze von nur einigen Femtosekunden Dauer. Dieses
sind 0,000 000 000 000 01 Sekunden. Deren Lichtleistung ist jedoch so
hoch, dass die Luft entlang des Strahls ionisiert, das heißt in seine
elektrischen Bestandteile zerlegt wird. Daraus ergeben sich unter
anderem faszinierende Möglichkeiten des Blitzschutzes. Im Labor nutzt
Wöste diese Laserpulse, um damit hochinteressante Clustersysteme zu
untersuchen. Diese Teilchen stellen eine für die Wissenschaft sehr
spannende Brückenfunktion zwischen dem Atom und dem Festkörper dar;
darüber hinaus weisen sie außergewöhnliche Eigenschaften auf, aus
denen sich wichtige Anwendungsmöglichkeiten beispielsweise im Bereich
der Katalyse ergeben.
Wöste, Jahrgang 1946, lehrt seit 1989 an der Freien
Universität Berlin. Zuvor war er in Lausanne, Paris, Stanford, Bern,
Bonn und Köln tätig. Er kooperiert seit 25 Jahren intensiv mit
Wissenschaftlern in Lyon und Paris, die ihn daher für den
Gay-Lussac-Humboldt-Preis nominiert haben. |