|
Die Auswertung der Untersuchung von hundert
Obst- Gemüse- und Getreideproben weist auf eine in gleichem Masse
geringe Belastung in Nord-, West-, Ost- und Süddeutschland für die
untersuchten Kontaminanten hin. In städtischen Siedlungsräumen wurden
im Vergleich zum ländlichen Raum keine generell höheren Gehalte
festgestellt. Die Untersuchungsergebnisse sind allerdings in Hinblick
auf mögliche Unterschiede zwischen den Regionen und hinsichtlich der
Siedlungsdichte nicht repräsentativ, da die Zahl genommener Proben für
eine solche Aussage nicht ausreichend war. Zudem wurden so genannte
"Hot Spots" mit lokalen Belastungsschwerpunkten nicht berücksichtigt.
Die maximal gemessenen Gehalte lagen bei rund 0,06 Pikogramm (pg)
WHO-PCDD/F-TEQ gerechnet auf ein Gramm Frischgewicht (Obst, Gemüse,
Getreide) für Dioxine, 0,04 pg WHO-PCB-TEQ/g Frischgewicht für
dioxinähnliche PCB, 0,1 pg WHO-TEQ/g Frischgewicht für die Summe von
Dioxinen und dioxinähnlichen PCB und 1,2 g/kg Frischgewicht für nicht
dioxinähnliche PCB (als Summe der Indikator-PCB). Die Ergebnisse für
Dioxine und dioxinähnliche PCB liegen somit deutlich unter dem
EU-Auslösewert für Dioxine in Obst, Gemüse und Getreide von 0,4 pg
WHO-PCDD/F-TEQ/g Erzeugnis sowie unterhalb des von der EU-Kommission
vorgeschlagenen Auslösewertes für dioxinähnliche PCB von 0,2 pg
WHO-PCB-TEQ/g. Bei Erreichen des Auslösewertes sind die zuständigen
Behörden und Unternehmen gehalten, die Kontaminationsquellen zu
ermitteln und Massnahmen zur Eindämmung oder Beseitigung ergreifen.
Im Vergleich zu anderen Gemüsearten wiesen die meisten Zucchiniproben
etwas höhere Gehalte an Dioxinen und PCB auf. Bereits aus früheren
Untersuchungen ist bekannt, dass Zucchini im Gegensatz zu anderen
Gemüsesorten in geringem Umfang Dioxine bzw. PCB aus dem Boden
aufnehmen. Die bei Zuccini gemessenen Werte lagen aber deutlich
unterhalb des Auslösewerts.
Die für Obst, Gemüse und Getreide gewonnenen Untersuchungsergebnisse
werden in eine vom Bund betriebene Datenbank eingestellt. Die Daten
fließen zudem in das EU-weite Dioxin- und PCB-Monitoring von
Lebensmitteln ein. Damit sind diese Daten wesentliche Grundlage für
die Beratungen in der EU zur möglichen Festsetzung von Grenzwerten für
Dioxine und PCB in Obst, Gemüse und Getreide.
Die Daten wurden im Rahmen eines Forschungsvorhabens zwischen August
2004 bis Juli 2005 erhoben. Das Vorhaben wurde aus dem
Umweltforschungsplan des Bundesumweltministeriums gefördert und
fachlich vom BVL betreut.
|