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Die TUM-Chemiker analysierten die Veränderung von
Blütenpollen-Allergenen und anderen Proteinen, die gezielt Autoabgasen
an einem Münchner Verkehrsknotenpunkt ausgesetzt wurden. Sie wiesen
nach, dass natürliche Proteine durch Reaktion mit Stickoxiden und Ozon
effizient nitriert werden. Dabei bilden sich Nitroproteine, die
anstelle der natürlichen Aminosäure Tyrosin das chemisch modifizierte
Derivat Nitrotyrosin enthalten. Bei Sommersmog, wenn Stickstoffdioxid
(NO2), Ozon (O3) und Nitratradikale (NO3) in sehr hohen
Konzentrationen vorhanden sind, läuft die Nitrierung besonders rasch
ab. Nitroproteine fanden sich nicht nur in den Expositionsexperimenten
mit verschmutzter städtischer Luft und synthetischen Gasgemischen,
sondern auch in Straßen-, Fenster- und Luftstaub.
Immunologische Studien zeigen, dass nitrierte
Proteine besonders starke Reaktionen des menschlichen Immunsystems
hervorrufen. Durch das Einatmen von Nitroproteinen können demnach
allergische Symptome, also eine Überreaktionen der körpereigenen
Abwehrkräfte, ausgelöst oder verstärkt werden. Erste Ergebnisse
gezielter biochemischer Experimente bestätigen diese Vermutung.
Sofern weitere Untersuchungen diesen Ansatz
bestätigen, könnte durch eine Reduktion von Stickoxidemissionen und
einer Verbesserung der Luftqualität auch die Zunahme von Allergien
eingedämmt werden. |