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Der Europamarkt für Polyphenole:


EU-Gesetzesvorlagen bereiten Polyphenolherstellern Sorgenfalten


Traditionell als natürliche Lebensmittelfarben eingesetzt, gelten Polyphenole aufgrund ihrer jüngst entdeckten antioxidativen Eigenschaften mittlerweile als funktionelle Inhaltsstoffe mit erheblichem Potenzial. Entsprechend könnte der derzeit mit 99 Millionen US-Dollar bewertete Europamarkt für Polyphenole in den kommenden Jahren erheblich an Volumen zulegen – wären da nicht die EU-Gesetzesvorlagen für strengere Kriterien zu Gesundheitsaussagen über Lebensmittel. Treten diese Vorschriften in Kraft, könnte dies für finanzschwache Wettbewerber das Aus bedeuten. Eine neue Analyse der Unternehmensberatung Frost & Sullivan prognostiziert vorsichtige 4,7 Prozent durchschnittliches jährliches Umsatzwachstum. Damit erreicht der Europamarkt für Polyphenole 132 Millionen US-Dollar in 2010.

„Die neuen Gesetze werden den Polyphenol-Herstellern voraussichtlich teure klinische Tests und umfangreiche Produktdossiers abverlangen“, erläutert Anna Ibbotson, Food Programme Manager bei Frost & Sullivan (http://food.frost.com). „Das wird die Marktposition derjenigen Unternehmen stärken, die sich solche Tests leisten können. Schwierig wird es für Firmen ohne entsprechende Forschungsressourcen. Wer die Gesundheitsvorteile seiner Produkte nicht belegen kann, wird wichtige Chancen einbüßen.“

 

Polyphenole reduzieren die freien Radikale

Dass Bedarf an Polyphenol-Produkten herrscht, steht spätestens seit der Entdeckung ihrer antioxidativen Wirkung außer Zweifel. Mit einer erhöhten Zufuhr von Antioxidantien lässt sich die Anzahl der freien Radikale im menschlichen Körper wirkungsvoll reduzieren. Für die Endverbraucher ist die antioxidative Eigenschaft der Polyphenole deshalb so interessant, weil freie Radikale den Alterungsprozess beschleunigen, die Entstehung von Krebs, kardiovaskulären Erkrankungen und Arthritis fördern und Müdigkeit verursachen. Vom positiven Gesundheitseffekt der Polyphenole werden laut Ibbotson vor allem die Sektoren Grüntee-Flavonide, Anthocyanine aus roten Früchten, Trauben- und Oliven-Polyphenole profitieren.

Wachstumsimpulse bringt auch die färbende Eigenschaft der Polyphenole. Konsumenten fragen zunehmend Lebensmittel mit natürlichen Inhaltsstoffen nach, und hier stellen die Polyphenole eine wichtige Alternative zu synthetischen Farbstoffen dar.

 

Getränkeindustrie größter Abnehmer

Größter Abnehmermarkt für Polyphenolextrakte mit mehr als 50 Prozent der Endproduktanwendungen ist die Getränkeindustrie. Hier werden Polyphenole sowohl als Farbstoffe als auch als funktionelle Zusätze verwendet. Andere Lebensmittelanwendungen wie Milchprodukte, Süßwaren, Backwaren und Zerealien machen insgesamt rund 40 Prozent des Umsatzes aus. Gemäß Frost & Sullivan werden Polyphenole bei der Produktion von angereicherten Lebensmitteln zukünftig noch stärker zum Einsatz kommen.

 

Konsumenten bedürfen der Aufklärung über den gesundheitlichen Nutzen

Als zentrale Strategie für die Wettbewerber nennt Ibbotson die Information der Konsumenten über den gesundheitlichen Nutzen von Polyphenolen. „Dies ist besonders für den noch ganz jungen Markt für Nahrungsergänzungsmittel ganz entscheidend, da Gesundheitsaussagen über die Endprodukte selbst verboten sind.“

Der Europamarkt für Polyphenole ist durch einen intensiven Wettbewerbsdruck geprägt, der sich durch die zunehmende Anzahl an außereuropäischen Konkurrenten noch weiter verstärkt. Zu den wichtigsten Anbietern im europäischen Markt für Polyphenole gehören Plantextrakt, Sensient Europe, Christian Hansen und Indena. „Wer sich in dieser hart umkämpften Branche langfristig durchsetzen will, muss seinen Schwerpunkt vom Preis auf die Qualität seiner Produkte verlagern“, rät Ibbotson abschließend.

 

Europamarkt für Polyphenole

Umsatzprognose bis 2010; Angaben in Millionen US-Dollar

Quelle: Frost & Sullivan Research B261 (02/04)

 

Jahr

Umsätze

(in Millionen US-Dollar)

Umsatzwachstumsrate

(in Prozent)

2003

99

5,0

2004

103

5,0

2005

108

5,0

2006

114

5,0

2007

119

4,0

2008

123

4,0

2009

128

3,0

2010

132

3,0

 

26. Februar 2004


Quellen und weitere Informationen:

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