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Langfristig arbeitet die Branche daran, leichte
Hightech-Kampfuniformen zu schaffen, die in der Lage sind, Geschosse
und Giftstoffe abzuhalten, den Gesundheitszustand des Soldaten zu
überwachen, über größere Entfernungen zu kommunizieren und die
Soldaten mit übermenschlicher Kraft auszustatten.
Fortschritte bei
Nano-Schutzuniformen gegen B- und C-Waffen
Während der ballistische Schutz noch nicht sehr ausgereift ist, gibt
es bei den nanobasierten B- und C-Schutzuniformen schon substanzielle
Fortschritte. Verbesserte C-Schutzhandschuhe, die Nanocomposite
verwenden, sollen Soldaten in chemisch verseuchten Gebieten schützen.
Eine weitere dafür in Frage kommende Technologie basiert auf
Dendrimeren (stark verzweigten Polymermolekülen) mit Schwänzen.
Mithilfe dieser Schwänze, die erheblich länger sind als die
Verzweigungen der Dendrimere, können die verankerten Dendrimere eine
feste Schutzschicht bilden. Neue, auf der Nanotechnologie basierende
C-Schutzkleidung soll die Soldaten nicht nur gegen schädliche
Chemikalien und Mikroorganismen schützen, sondern auch atmungsaktiv
und 20 Prozent leichter sein als gegenwärtig verfügbare Felduniformen.
Ausrüstung wird
leichter und repariert sich selbst
Durch die Veränderung von Materialeigenschaften, wie man sie
beispielsweise durch das Einbringen von Nanopartikeln in Polymere
erreicht, könnte die Nanotechnologie unter anderem auch dazu
beitragen, Helme 40-60 Prozent leichter zu machen und Zeltplanen zu
entwickeln, die sich selbst reparieren, wenn sie reißen, erläutert
Girish Solanki, Branchenmanager bei Technnical Insights.
Sensoren sollen den
Gesundheitszustand der Soldaten überwachen
Ebenfalls erforscht werden zurzeit Technologien, die die Überwachung
des Gesundheitszustandes des Soldaten ermöglichen. In die Uniform
integrierte Sensoren, die Veränderungen der Körperchemie registrieren,
könnten beispielsweise feststellen, ob ein Soldat ernsthaft verwundet
ist oder auf Hilfe warten kann. Der Prototyp eines Stickoxiddetektors,
der mit elektrisch leitenden nanoskopischen Polymerdrähten arbeitet,
kann sowohl biologische als auch chemische Kampfstoffe sowie auf
Stress oder Krankheiten hinweisende Substanzen aufspüren.
In Arbeit sind außerdem
kommunikative Uniformen. Einer verbesserten Kommunikation auf dem
Schlachtfeld dürfte die Entwicklung beschichteter Polymerfäden zugute
kommen, die als Lichtleiter eingesetzt werden können.
Superkräfte dank
Nanouniformen
Versuche, eine Kampfuniform zu
entwickeln, die die Körperkraft des Soldaten vergrößert, nehmen
ebenfalls konkretere Züge an. So wurden elektroaktive Polymere
entwickelt, die Bewegungen ähnlich denen menschlicher Muskeln
ausführen können und dabei eine erstaunliche Kraft an den Tag legen.
Eine Schicht solcher Polymere im Uniformstoff könnte den Soldaten
helfen, mühelos schwere Ausrüstungen oder einen verwundeten Kameraden
zu tragen.
Nanomaterialien sparen
Geld bei See- und Raumfahrtanwendungen
Auch See- und Raumfahrtanwendungen
kommen für nanotechnologische Entwicklungen in Frage. Nanokeramische
Verbundschichten aus Aluminiumoxid und Titandioxid, die beständiger
und wesentlich flexibler sind als herkömmliche Keramikbeschichtungen,
werden bereits von der US-Marine bei Luftansaug- und -auslassventilen
von U-Booten eingesetzt, wodurch pro Schiff schätzungsweise
Hunderttausende Dollar gespart werden. Ebenfalls geprüft wird der
Einsatz solcher Beschichtungen bei verschiedenen Maschinenteilen, die
dem Meerwasser ausgesetzt sind.
Die NASA hofft, mithilfe der
Nanotechnologie die Wirtschaftlichkeit ihrer Weltraummissionen
verbessern zu können. Gemeinsam mit drei führenden
Nanotechnologie-Instituten (Cornell, MIT, University of California in
Santa Barbara) arbeitet sie an der Verschmelzung von Bio-, Nano- und
Informationstechnologie, an bionanotechnologischen Werkstoffen und
Strukturen für Raumschiffe sowie an Nanoelektonik und
-computertechnik.
Anwendungen auch im
zivilen Bereich denkbar
Bei alledem
ist zugleich viel die Rede von Dual-use-Technologien, denn die
meisten der in der Entwicklung befindlichen Technologien können sowohl
militärisch als auch zivil genutzt werden. Nanopulver beispielsweise
können sowohl bei der Herstellung von Sprengstoffen als auch in
kommerziellen und pharmazeutischen Anwendungen zum Einsatz kommen.
Detektoren bzw. Sensoren können beim Aufspüren biologischer
Kampfstoffe ebenso von Nutzen sein wie bei der Überwachung der
Atemluft in Innenräumen. |