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Nanotechnologie revolutioniert Schlachtfelder


Der Weltmarkt für Nanotechnologie im militärischen Bereich.


Nicht zuletzt als Folge der Terroranschläge vom 11. September 2001 gibt es wieder neue Bestrebungen, die Nanotechnologie für den Sicherheits- und Verteidigungsbereich nutzbar zu machen. So lassen die jüngsten Ergebnisse der Nanotechnologieforschung Beiträge zur Entwicklung einer neuen Generation von Felduniformen und anderen militärischen Ausrüstungsgegenständen sowie von alternativen Technologien für das Aufspüren chemischer und biologischer Kampfstoffe erwarten Zu diesem Ergebnis kommt Technical Insights, ein Geschäftsbereich der Unternehmensberatung Frost & Sullivan (www.technical-insights.frost.com), in einer neuen Analyse im Rahmen seines Subskriptionsdienstes zur Nanotechnologie.

Langfristig arbeitet die Branche daran, leichte Hightech-Kampfuniformen zu schaffen, die in der Lage sind, Geschosse und Giftstoffe abzuhalten, den Gesundheitszustand des Soldaten zu überwachen, über größere Entfernungen zu kommunizieren und die Soldaten mit übermenschlicher Kraft auszustatten.

 

 

Fortschritte bei Nano-Schutzuniformen gegen B- und C-Waffen

 

Während der ballistische Schutz noch nicht sehr ausgereift ist, gibt es bei den nanobasierten B- und C-Schutzuniformen schon substanzielle Fortschritte. Verbesserte C-Schutzhandschuhe, die Nanocomposite verwenden, sollen Soldaten in chemisch verseuchten Gebieten schützen. Eine weitere dafür in Frage kommende Technologie basiert auf Dendrimeren (stark verzweigten Polymermolekülen) mit “Schwänzen”. Mithilfe dieser Schwänze, die erheblich länger sind als die Verzweigungen der Dendrimere, können die verankerten Dendrimere eine feste Schutzschicht bilden. Neue, auf der Nanotechnologie basierende C-Schutzkleidung soll die Soldaten nicht nur gegen schädliche Chemikalien und Mikroorganismen schützen, sondern auch atmungsaktiv und 20 Prozent leichter sein als gegenwärtig verfügbare Felduniformen.

 

 

Ausrüstung wird leichter und repariert sich selbst

 

“Durch die Veränderung von Materialeigenschaften, wie man sie beispielsweise durch das Einbringen von Nanopartikeln in Polymere erreicht, könnte die Nanotechnologie unter anderem auch dazu beitragen, Helme 40-60 Prozent leichter zu machen und Zeltplanen zu entwickeln, die sich selbst reparieren, wenn sie reißen”, erläutert Girish Solanki, Branchenmanager bei Technnical Insights.

 

 

Sensoren sollen den Gesundheitszustand der Soldaten überwachen

 

Ebenfalls erforscht werden zurzeit Technologien, die die Überwachung des Gesundheitszustandes des Soldaten ermöglichen. In die Uniform integrierte Sensoren, die Veränderungen der Körperchemie registrieren, könnten beispielsweise feststellen, ob ein Soldat ernsthaft verwundet ist oder auf Hilfe warten kann. Der Prototyp eines Stickoxiddetektors, der mit elektrisch leitenden nanoskopischen Polymerdrähten arbeitet, kann sowohl biologische als auch chemische Kampfstoffe sowie auf Stress oder Krankheiten hinweisende Substanzen aufspüren.

 

In Arbeit sind außerdem kommunikative Uniformen. Einer verbesserten Kommunikation auf dem Schlachtfeld dürfte die Entwicklung beschichteter Polymerfäden zugute kommen, die als Lichtleiter eingesetzt werden können.

 

 

Superkräfte dank Nanouniformen

 

Versuche, eine Kampfuniform zu entwickeln, die die Körperkraft des Soldaten vergrößert, nehmen ebenfalls konkretere Züge an. So wurden elektroaktive Polymere entwickelt, die Bewegungen ähnlich denen menschlicher Muskeln ausführen können und dabei eine erstaunliche Kraft an den Tag legen. Eine Schicht solcher Polymere im Uniformstoff könnte den Soldaten helfen, mühelos schwere Ausrüstungen oder einen verwundeten Kameraden zu tragen.

 

 

Nanomaterialien sparen Geld bei See- und Raumfahrtanwendungen

 

Auch See- und Raumfahrtanwendungen kommen für nanotechnologische Entwicklungen in Frage. Nanokeramische Verbundschichten aus Aluminiumoxid und Titandioxid, die beständiger und wesentlich flexibler sind als herkömmliche Keramikbeschichtungen, werden bereits von der US-Marine bei Luftansaug- und -auslassventilen von U-Booten eingesetzt, wodurch pro Schiff schätzungsweise Hunderttausende Dollar gespart werden. Ebenfalls geprüft wird der Einsatz solcher Beschichtungen bei verschiedenen Maschinenteilen, die dem Meerwasser ausgesetzt sind.

 

Die NASA hofft, mithilfe der Nanotechnologie die Wirtschaftlichkeit ihrer Weltraummissionen verbessern zu können. Gemeinsam mit drei führenden Nanotechnologie-Instituten (Cornell, MIT, University of California in Santa Barbara) arbeitet sie an der Verschmelzung von Bio-, Nano- und Informationstechnologie, an bionanotechnologischen Werkstoffen und Strukturen für Raumschiffe sowie an Nanoelektonik und -computertechnik.

 

 

Anwendungen auch im zivilen Bereich denkbar

 

Bei alledem ist zugleich viel die Rede von “Dual-use-Technologien”, denn die meisten der in der Entwicklung befindlichen Technologien können sowohl militärisch als auch zivil genutzt werden. Nanopulver beispielsweise können sowohl bei der Herstellung von Sprengstoffen als auch in kommerziellen und pharmazeutischen Anwendungen zum Einsatz kommen. Detektoren bzw. Sensoren können beim Aufspüren biologischer Kampfstoffe ebenso von Nutzen sein wie bei der Überwachung der Atemluft in Innenräumen.

05. Februar 2004


Quellen und weitere Informationen:

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Original-Pressetext und weitere Informationen

 


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