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Sie sind besonders an den Temperaturmessungen,
Druckmessungen, den Messungen der chemischen Zusammensetzung und zur
atmosphärischen Elektrizität (Gewitter etc.) beim Abstieg durch die
unteren 50 km interessiert, um die Meteorologie dieses exotischen
Himmelskörpers zu untersuchen. Während die Erdatmosphäre hauptsächlich
aus Sauerstoff und Stickstoff, wenig Wasserdampf u.a. besteht, ist die
Titanatmosphäre aus Stickstoff und Methan und in kleinem Maße vielen
anderen Stoffen der organischen Chemie zusammengesetzt. Methan, das
auf der Erde auch als Sumpfgas und Grubengas bekannt ist, kann auf
Titan gasförmig, flüssig oder fest vorkommen und Regen und Schnee
bilden. Die Auswertungen von Dr. Tokano haben gezeigt, daß während des
Abstiegs der Huygenssonde ein leichter Nieselregen aus Methan
niederging. Methan spielt bei Titan die Rolle des Wassers auf der
Erde. Methanwolken in der Titanatmosphäre wurden sowohl von der Erde
aus als auch von der Raumsonde Cassini beobachtet, die die
Huygenssonde von 1997 bis 2005 zum Titan transportierte.
In der Atmosphäre wird Methan durch das UV-Licht
der Sonne zerlegt und es bildet sich eine Art Dunst, der den Blick auf
die Oberfläche versperrt. Dadurch sind Abbildungen der Oberfläche am
besten durch Infrarotkameras zu gewinnen. Die so entstandenen
Dunstteilchen sinken auf die Oberfläche nieder, wobei das so
verbrauchte Methan wieder nachgeliefert werden muß evtl. durch
Vulkanismus. Die Temperatur- und Druckmessungen durch Huygens nahe der
Oberfläche erlauben dabei eine detaillierte Untersuchung der
atmosphärischen Grenzschicht, die eine entscheidende Rolle für den
Austausch von Energie, Impuls und Materie spielen.
Die Titanatmosphäre ist über jeden
Quadratzentimeter der Oberfläche der Atmosphäre zehnmal so massiv wie
die der Erde und kann durch wechselnde Winde sogar Schwankungen der
Rotation des Satelliten bewirken. Die Erkundung dieses exotischen
Mitglieds unseres Sonnensystems hat gerade begonnen. |