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Die beiden Chemiker verweisen darauf, dass in
Deutschland bereits gute Vorarbeit zur verbesserten
Chemikaliensicherheit geleistet wurde. 1982 wurde von der damaligen
Bundesregierung bei der GDCh das Beratergremium für umweltrelevante
Altstoffe (BUA) eingerichtet, das bis heute - nun als Beratergremium
für Altstoffe - eine Vielzahl von Bewertungen von Chemikalien
vorgenommen hat und damit der Industrie und der Politik wichtige
Entscheidungshilfen an die Hand gegeben hat. Sie führten auch zu
Verboten von Chemikalien.
"Der erste wichtige Arbeitsschritt des BUA galt der
Aufstellung einer Prioritätenliste, nach der die Stoffe abgehandelt
wurden. 5000 Stoffe wurden eingehend diskutiert und bewertet, für etwa
1000 Stoffe wurde eine weitere Bearbeitung als relevant angesehen",
sagt der BUA-Vorsitzende Professor Dr. Helmut Greim. Sein Gremium hat
erst vor wenigen Tagen sechs neue ausführliche BUA-Stoffberichte der
Öffentlichkeit vorgestellt, die Stoffberichte 253 bis 255 in Deutsch
und die Stoffberichte 241 bis 243 in Englisch. "National und
international gibt es derzeit kein Gremium, das im Hinblick auf die
ökologischen und gesundheitlichen Auswirkungen mehr Altstoffe
bearbeitet hat als das BUA", betont Greim. Das BUA arbeitet auch in
der OECD bei den Bewertungen von ICCA-Stoffen mit (ICCA: International
Council of Chemical Associations).
Nicht nur mit den Stoffberichten tritt das BUA an
die Öffentlichkeit. Am 14. Februar 2006 veranstaltet es in Frankfurt
sein 11. BUA-Kolloquium, das dem Thema "Expositionsmodellierung und
QSAR-Anwendungen in der Chemikalienbewertung" (QSAR: Quantitative
Struktur-Aktivitäts-Relationen) gewidmet ist. Dieses Kolloquium ist
insbesondere in Hinblick auf REACH wichtig; denn für REACH müssen in
kurzer Zeit mehrere 1000 Industriechemikalien bewertet werden, für die
noch vielfach Kenntnislücken über deren physikalisch-chemische und
biologisch wirksame Eigenschaften bestehen. Diese schnell und
effizient bei möglichst vertretbarem Aufwand und durch Minimierung von
Tierexperimenten zu erarbeiten, wird eine wichtige Aufgabe zukünftiger
methodischer Ansätze in der Chemikalienbewertung sein. Und genau darum
geht es in dem Kolloquium.
Die Gesellschaft Deutscher Chemiker (GDCh) ist mit
rund 27.000 Mitgliedern aus Hochschule, Industrie, Behörden und freier
Tätigkeit eine der größten chemiewissenschaftlichen Gesellschaften
weltweit. Die GDCh fördert die Chemie in Lehre, Forschung und
Anwendung und engagiert sich für Verständnis und Wissen von Chemie und
chemischen Zusammenhängen in der Öffentlichkeit. |